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1. Frau und Wirtschaft

1.1. In Dortmund sind Frauen im Vergleich zu NRW und der Bundesrepublik insgesamt nach wie vor seltener in Führungsfunktionen in der Wirtschaft zu finden. Welche Möglichkeit sieht Ihre Partei, diese Situation zu verändern?
Mit Bundestagsbeschluss vom 6. März 2015 werden große Unternehmen in Deutschland verpflichtet, Aufsichtsräte mindestens mit 30 % Frauen zu besetzen. Effektiv gilt die vorge-gebene 30-Prozent-Quote für 108 börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unter-nehmen (mit mehr als 2000 Mitarbeitern), für weitere etwa 3500 Unternehmen gilt die Pflicht, sich eine beliebige Zielvorgabe zu setzen. Das Gesetz für die gleichberechtigte Teil-habe von Frauen und Männern an Führungspositionen trat am 1. Januar 2016 in Kraft. Das Gesetz stellt keine reine Frauenquote, sondern eine Geschlechterquote dar.
Diese 30% bzw., die Beliebigkeit für Unternehmen mit weniger als 2000 (!) Mitarbei-ter*innen halten wir für unzureichend. Wir streben eine volle Quotierung an.

1.2. Wie will Ihre Partei das Thema Gleichstellung in Zukunft in die Arbeit der Wirtschaftsförderung integrieren und verstetigen?
Auch Wirtschaftsförderung kann an ein Mindestmaß an Gleichstellung geknüpft sein. Sie kann z.B. nur an Unternehmen vergeben werden, die eine Frauenquote erfüllen.

1.3. Wie sieht Ihre Partei die Zukunft der Arbeit des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet – insbesondere nach Auslaufen der aktuellen Förderphase?
DIE LINKE unterstützt die Arbeit des Kompetenzzentrums. Jede Stelle, die die Arbeit, die Ver-selbständigung und das berufliche Fortkommen von Frauen unterstützt, kann nur begrüßt werden. Hierzu halten wir den weiteren Ausbau und die Verstetigung von Netzwerken für sehr förderlich.

1.4. Was wird Ihre Partei tun, um den Frauenanteil in MINT-Berufen sowie den Anteil von Männern in Sozial-/ Erziehungs- und Gesundheitsberufen zu erhöhen?
Es bedarf der Ermutigung und Förderung von Schüler*innen, sich den genannten Berufsfel-dern zuzuwenden. Eine bessere Bezahlung und Aufwertung von Sozialberufen macht diese auch für Männer attraktiver. Hierzu gehört auch die Einführung allgemeinverbindlicher Ta-rifverträge für die Beschäftigten in der Pflege und in gesundheitsbezogenen Dienstleis-tungsberufen in denen mehrheitlich Frauen tätig sind. Des Weiteren setzt sich DIE LINKE insbesondere für eine deutliche Aufstockung des Personals in der Alten- und Krankenpflege ein.
In allen Bereichen müssen Klischees entgegengewirkt werden, um diese Berufe attraktiver zu machen. Alle Schriftstücke der Stadt müssen in Bild und Text kritisch auf Stereotypen
Förderndes hin geprüft werden.

1.5. In welcher Form setzt Ihre Partei sich dafür ein, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit durchzusetzen und den Gender Pay Gap, der aktuell bei 21% liegt, zu verringern?
Der Gender Pay Gap lässt sich nur bekämpfen, wenn es genügend Transparenz bei der Lohn-struktur gibt und Frauen realistische Möglichkeiten haben einen gerechten Lohn einzukla-gen. Beides ist mit der jetzigen Gesetzeslage noch nicht gegeben und hier muss dringend nachgebessert werden.
Es ist nötig, gerechte Aufteilung der familiären und anderen Fürsorgeaufgaben zu fördern, außerdem Ausbau und Verbesserung von Betreuungseinrichtungen gerade im Kitabereich. Wir brauchen gerechtere Arbeitszeitmodelle, die Teilzeit normalisieren und auch für Männer möglich machen.

1.6. Was werden Sie tun, um prekäre Beschäftigungsverhältnisse abzubauen?
DIE LINKE tritt für angemessen bezahlte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungs-verhältnisse ein. Neben der Einführung eines Mindestlohns von 12 € sind insbesondere sach-grundlos befristete Arbeitsverhältnisse nicht mehr zu zuzulassen. Darüber hinaus ist die Dauer von Befristungen mit Sachgrund auf eine Dauer von maximal 5 Jahre zu begrenzen. Des Weiteren ist DIE LINKE für die Abschaffung von Leiharbeit.

1.7. Wie unterstützt Ihre Partei die Existenzgründung von Frauen?
Auch bei Existenzgründungen kann für Förderungen eine Frauenquote eingeführt werden. Frauen können gezielt ermutigt werden diese zu nutzen.

1.8. Was wollen Sie tun, damit auch Alleinerziehenden die Aufnahme einer existenzsichernden Beschäftigung erleichtert wird?
Durch den Betreuungsaufwand und die steuerliche Benachteiligung gegenüber Ehen sind Alleinerziehende besonders von Armut betroffen. DIE LINKE will für eine verlässliche, hoch-wertige Kinderbetreuung sorgen. Außerdem braucht es spezielle Unterstützungsangebote, die gezielt auf die Probleme von Alleinerziehenden eingehen.

1.9. Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um berufliche Einstiegs- und Entwicklungsmöglich-keiten für Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund zu verbessern?
Für gleiche Chancen braucht es ein gerechtes Bildungssystem. Schulabschlüsse sind immer noch im hohen Maße von dem Bildungshintergrund der Eltern abhängig. Diesem kann nur entgegen gewirkt werden, indem massiv in Schulen investiert wird. Es braucht mehr Lehr-kräfte und bessere Ausstattung. Außerdem muss das Lehrpersonal speziell geschult werden, um internalisierte Vorurteile zu erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.
Die soziale Durchmischung ist in jeder Hinsicht zu fördern – z.B. durch den Wohnungsbau - um so auch eine bessere Durchmischung der derzeit stark segregierten Bildungseinrichtun-gen zu erreichen.
Die Einführung von anonymen Bewerbungsverfahren ist eine gute Möglichkeit, Vorurteile zu umgehen und nur die Leistungen der Personen zu berücksichtigen.


2. Die Stadt und kommunale Betriebe als Arbeitgeber


2.1. Was wird Ihre Partei unternehmen, um den Frauenanteil in den Führungsebenen der Stadtverwaltung und der kommunalen Betriebe zu erhöhen?
DIE LINKE fordert eine Frauenquote von 50% für die Führungsebenen der kommunalen Verwaltung. In der Lokalpolitik können Wirtschaftsförderungen auch an solche geknüpft sein.

2.2. Was wird Ihre Partei unternehmen, um die Kultur in der Stadtverwaltung sowie in den kommunalen Betrieben dahingehend zu verändern, dass die Möglichkeit von Führen in Teilzeit stärker wahrgenommen wird und mehr Männer Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Anspruch nehmen?
Es bedarf der Reduzierung der Arbeitszeit und der Normalisierung von Teilzeit in allen Ebe-nen. Es kann die Möglichkeit geschaffen werden Führungspositionen in Doppel-Teilzeitstellen zu besetzten.

2.3. Was wird Ihre Partei tun, um die Flexibilisierung der Arbeit voran zu treiben (z.B. Arbeits-zeitmodelle, Mobiles Arbeiten)?
Die Flexibilisierung der Arbeit ist aus unserer Sicht ein zweischneidiges Schwert und kann auch gegen die arbeitende Frau gerichtet sein. - Entsprechende Tarifverträge können und sollen Frauen Möglichkeiten der Flexibilisierung zu ihrem Vorteil eröffnen. DIE LINKE will eine Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich um mehr Zeit für Familien zu schaffen.

2.4. Befürworten Sie die Einführung einer Quote für Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen von Dortmunder Beteiligungsgesellschaften? Wenn ja, wie werden Sie sich dafür einset-zen?
Die Linke setzt sich für eine Frauenquote von 50% ein. DIE LINKE hat diese schon für alle Listen und Ämter eingeführt.

3. Vereinbarkeit von Familie und Beruf

3.1. Wie will Ihre Partei die Kinderbetreuung unterschiedlicher Altersstufen (U3 bis weiterfüh-rende Schule) quantitativ und qualitativ weiter ausbauen?
Wir setzen uns für einen mindestens den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden Ausbau von Betreuungsplätzen ein. Betreuung in TEKs ist dabei dem Tagesmuttermodell vorzuzie-hen. - Wir sind gegen die Öffnung der Kinderbetreuung für kommerzielle Anbieter.
In der weiterführenden Schule soll die Betreuung im Wesentlichen durch einen gebundenen Ganztag gesichert werden. - Betreuungsmöglichkeiten bei vorzeitigem Schulschluss könnten u.E. in der Schule auf qualitativ hohem Niveau angeboten werden. - Das gilt auch für die Ferien, in denen für alleinerziehende erwerbstätige Mütter eine schwierig zu füllende Lücke entsteht.

3.2. Was plant Ihre Partei, um die Dortmunder Kinderbetreuungsangebote in den Randzeiten (Abende, Wochenenden und Ferien) auszubauen?
Um eine erweiterte Betreuung sicherzustellen muss mehr qualifiziertes Personal eingestellt werden.
Arbeit an Abenden und Wochenenden soll Eltern nicht gegen deren Willen abverlangt wer-den. - –Dies gilt in besonderem Maße für Alleinerziehende.

3.3. Wie bewerten Sie das Angebot zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für berufstätige Dortmunder*innen? Welche Maßnahmen plant Ihre Partei zu diesem The-ma?
DIE LINKE fordert eine deutlich verbesserte personelle und finanzielle Ausstattung
der Altenpflege. DIE LINKE setzt sich ein für ein bedarfs-, flächen- und qualitätsgerechtes Angebot an sozialen und pflegerischen Hilfen im Alter.
Tagespflege ist ein unverzichtbares Element der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und muss entsprechend ausgebaut werden. – Für die Pflege akut erkrankter pflegebedürftiger Angehöriger muss ein/e pflegender Berufstätige/r von der Arbeit freigestellt werden, in etwa analog zu den Regelungen, wie sie bei erkrankten Kindern gelten.

3.4. Wo sehen Sie Möglichkeiten, Unternehmen in Dortmund bei der Umsetzung einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ihre Beschäftigten zu unterstützen? Welche Projek-te plant Ihre Partei hierzu?
Unternehmen sollen dazu ermuntert werden, Betriebskindergärten zu gründen. Der städti-sche Träger FABIDO kann hierzu Kooperation anbieten und die Kitas betreiben. FABIDO kann aktiv auf Unternehmen zugehen und für die Einrichtung eines Betriebskindergartens werben.
Homeoffice kann ebenfalls die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen.

4. Bildung

4.1. Mit welchen Maßnahmen wird Ihre Partei einen gleichberechtigten Zugang für alle Bevölkerungsgruppen zu Bildung fördern?
Nötig ist der Ausbau von Schulen, insbesondere Gesamtschulen, bei denen die Bildungsbio-grafie am längsten flexibel bleibt; der Ausbau der TEKs insbesondere in den benachteiligten Stadtteilen, um möglichst gleichwertige Eingangsvoraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie zu sichern und die Unterstützung insbesondere jener Schulen, die mit hinsichtlich ihrer Bildungsvoraussetzungen benachteiligten Kindern arbeiten. DIE LINKE ist für längeres gemeinsames Lernen.

4.2. Wo sieht Ihre Partei einen kommunalen Handlungsbedarf in Schulen mit Blick auf Fragen der Gleichstellung aller Geschlechter?
Ungleichbehandlung ist wesentlich durch Geschlechterstereotypen bedingt. Diese können sowohl bei den Lehrenden als auch auf Seiten der Schüler*innen und ihrer Familien wie auch in schulischen Materialien verortet sein.
Wesentlich ist Wahrnehmung und in der Folge Zurückdrängung dieser behindernden Stereotypen. – Für eine allseitige Entwicklung jeder Begabung ist es nötig, im Rahmen von unter-richtlichen und auf die Berufsvorbereitung bezogenen Programmen darauf zu achten, dass Stereotypen keine Entwicklung behindernde Wirkung entfalten. Schulische Materialien sol-len daher Geschlechter gleichermaßen repräsentieren und verschiedene gesellschaftliche Gruppen abbilden. Lehrer*innen sollten besonders für den Umgang mit Stereotypen sensibi-lisiert werden.
Kommunaler Handlungsbedarf besteht außerdem bei der Erhöhung der Anzahl männlicher Lehrkräfte an den Grundschulen und im Bereich Sek. I. Diese beiden Bereiche werden von weiblichen Lehrkräften dominiert.- An Grundschulen ist oft der einzige Mann der Hausmeis-ter. Bei jungen Männern sollte verstärkt für den Beruf des Grundschullehrers geworben werden. Die Anzahl der Studienplätze sollte erhöht werden und eine bestimmte Anzahl für männliche Bewerber vorgesehen sein. Die Ausbildung von Lehrern ist allerdings Angelegen-heit des Landes. Die Kommune kann aber Wünsche äußern.

4.3. Wie sollte das Thema Gleichstellung im „Masterplan Wissenschaft“ der Stadt Dort-mund zukünftig verankert werden?
Gerade in der Wissenschaft ist zu beobachten, dass je höher der Abschluss ist, desto gerin-ger der Frauenanteil. Die unsicheren Verträge mit kurzer Laufzeit, die in der Wissenschaft üblich sind, sind gerade für junge Frauen unattraktiv. Daher braucht es wieder einen fest angestellten akademischen Mittelbau.
Außerdem braucht es eine gezielte Förderung von Frauen, mit eigenen Stipendien, Stellen, und gezielter Unterstützung, um mehr Frauen in die Wissenschaft zu bringen und so eine frauenfreundlichere Kultur zu schaffen.

5. Finanzen

5.1. Was versteht Ihre Partei unter einer geschlechtergerechten Mittelverwendung im städtischen Haushalt? Was planen Sie, wie eine solche Mittelverwendung umgesetzt werden soll (z.B. Gender Budgeting)?
Nötig ist die Förderung von Frauen in der Verwaltung und kommunalen Betrieben insbeson-dere in Führungspositionen, die Berücksichtigung der besonderen Situation Alleinerziehender in Förderprojekten. Am wichtigsten ist die Armutsbekämpfung, von der Frauen und erst recht Kinder überproportional betroffen sind..

5.2. Welche gleichstellungsorientierten Ziele sollen im wirkungsorientierten Haushalt in Zukunft verstärkt berücksichtigt werden?
Der wirkungsorientierte Haushalt ist in Dortmund gescheitert, da weder die Verwaltung, noch der Rat damit gearbeitet hat. Und das ist auch gut so, weil es im Kern als Kürzungs-instrument konzipiert war. Er wurde durch den Wirkungsmonitor ersetzt, der den Ratsmit-gliedern ergänzende Informationen zum Haushaltsplan an die Hand gibt. Hier sollten auch Kennzahlen zu den besonderen Lebenslagen von Frauen dargestellt werden.

5.3. Plant Ihre Partei, die Situation der unterschiedlichen frauen- und mädchenspezifi-schen Einrichtungen und Angebote in Dortmund zu verbessern? Wenn ja, wie?
DIE LINKE fordert die besondere Förderung und den Erhalt von Frauen- und Mädchenprojekten. Soziale Projekte sollten immer den gesellschaftlichen Unterschieden zwischen den Geschlechtern entgegenwirken. Der Erhalt und der Ausbau von Frauenhäusern und Zuflucht-sorten für Menschen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, ist dabei besondere Prio-rität zu geben.

6. Öffentlicher Raum

6.1. Was muss aus Sicht Ihrer Partei getan werden, um eine gendergerechte Stadtplanung und -entwicklung umzusetzen? Was werden Sie tun, um das zu erreichen?
Eine gendergerechte Stadtplanung behandelt Wege und Ziele gleichwertig. - In der gegenwärtigen Stadtplanung ist eine Bevorzugung des MIV zu verzeichnen, der in hohem Maß beruflich gebunden ist. - Schulwege, Wege mit kleinen Kindern, Wege, die im Rahmen fami-liärer Fürsorge mit älteren Familienangehörigen unternommen werden, sind verglichen damit stiefmütterlich behandelt, verlärmt, emissionsbelastet oder einfach unattraktiv. - Gendergerechte Stadtplanung berücksichtigt alle Wege und Fortbewegungsanliegen gleich-ermaßen.
Die Wege durch die Stadt müssen sicher genug sein, damit auch Kinder sie alleine bewältigen können.

6.2. Welche Pläne hat Ihre Partei, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass spezifische Be-dürfnisse von Mädchen und Frauen berücksichtigt werden (z.B. Reduzierung von Angst-räumen, kurze Wege, dezentrale Infrastruktur, Barrierefreiheit)?
Eigentlich nennen Sie fast alles: Angsträume sind zu reduzieren, eine Stadtplanung der kurzen Wege ist anzustreben, insgesamt aber auch eine Stadt, deren Belebtheit soziale Kontrol-le sozusagen automatisch fördert.

7. Wohnen

7.1. Wie plant Ihre Partei, finanzierbaren Wohnraum in Dortmund zu schaffen, der ins-besondere von Alleinerziehenden sowie Allein- und Geringverdienenden gebraucht wird?
DIE LINKE will mehr Sozialwohnungen schaffen, sowohl durch Neubau als auch durch Ankauf. Neu gebaute Wohnungen müssen dauerhaft belegungs- und preisgebunden bleiben. Bei der Berechnung des kommunalen Mietspiegels sind alle Bestandsmieten zu berücksichtigen. Notwendige Modernisierungsmaßnahmen dürfen nie dazu führen, dass Bewoh-ner*innen die Mieten nicht mehr tragen können, aus ihrem gewohnten Lebensumfeld verdrängt werden.
Zentral ist für uns;: Wir wollen Gemeindewohnungen bauen. Keine Investoren suchen, sondern als Stadt selbst bauen, so wie Wien es vormacht.

7.2. Welche Ansätze verfolgt Ihre Partei, um die Verteilung von Wohnraum bedarfsge-rechter zu gestalten und innovative Wohnraumprojekte zu fördern?
DIE LINKE setzt sich für alternative Wohnformen ein, wie beispielsweise Senior*innen-WGs oder Mehrgenerationenhäuser. Genügend öffentlicher Wohnraum ist die Grundlage für
bedarfsgerechtes Wohnen für alle.

8. Beratung und Hilfe für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen

8.1. Die Anzahl von Plätzen in mädchenspezifischen Wohngruppen und Zufluchtsstätten für Mädchen und Frauenhäusern ist nicht ausreichend. Wie will Ihre Partei diese Situation verbessern?
Frauenhäuser und Zufluchtsstätten für Gewaltbetroffene sind chronisch unterfinanziert und auf Spenden angewiesen. Die Zusicherung einer langfristig ausreichenden Finanzierung seitens der Stadt ist unabdingbar.

8.2. Wie bewertet Ihre Partei das bestehende Angebot an Beratungs- und Hilfsangeboten für von Gewalt betroffenen Mädchen und Frauen in Dortmund? Falls Sie dieses als unzu-reichend bewerten, mit welchen konkreten Maßnahmen planen Sie, die Situation zu verbessern?
Die in der Dortmunder Einrichtung zur Verfügung stehenden Plätze für von Gewalt betroffe-ne Frauen sind häufig vollständig belegt. Hilfesuchende Frauen konnten nicht aufgenommen werden. Das ist ein nicht haltbarer Zustand und die Frauenhausplätze müssen dringend aus-gebaut werden. Frauenhäuser müssen im ausreichenden Maße mit personellen, sachlichen und finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

8.3. Wie wollen Sie psychosoziale Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung, insbesondere für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen ausbauen?
Generell sollen Auffangangebote und Beratungsstellen mit interkulturell kompetentem Personal ausgestattet werden. – Unter den ersten Geflüchteten sind schon Menschen, die hier erfolgreich Schulabschlüsse erworben haben und sich z.T. in Hochschulausbildungen befinden. Soweit es sich um einschlägige Ausbildungen aus dem psychosozialen Bereich handelt, sollten solche Menschen bevorzugt in entsprechenden Beratungsstellen eingestellt werden.

8.4. Plant Ihre Partei Maßnahmen zur Bekämpfung von Sexismus, sexualisierter Gewalt und gruppenbezogener Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Sexualität?
DIE LINKE stellt sich entschieden gegen jegliche Form von Sexismus, sexualisierter Gewalt und gruppenbezogener Diskriminierung. - „Maßnahmen“ bestehen u.E. vor allem in einer diskriminierungsfreien innerparteilichen Praxis sowie im Insistieren auf einer ebenfalls dis-kriminierungsfreien Praxis in allen kommunalpolitischen Arbeits- und Wirkungszusammen-hängen.

9. Soziales und Gesundheit

9.1. Altersarmut ist weiblich. Was plant Ihre Partei, um dieses Problem anzugehen?
In NRW und auch in Dortmund nahm die Altersarmut in den letzten 10 Jahren um 43 % zu. Insbesondere Frauen sind von Altersarmut betroffen. Wie auch der Paritätische Gesamtver-band, der DGB, Kirchen und Wohlfahrtsverbände appelliert und mahnt auch DIE LINKE. seit Jahren, diese Entwicklung zu stoppen und den Kampf gegen Armut endlich aufzuneh-men. Jede Form der gerechten Bezahlung und Förderung von Elternzeiten auch für Väter fördert die Möglichkeit bruchloser und finanziell tragender Erwerbsbiografien bei Frauen und damit deren Aussicht auf eine auskömmliche Rente.
DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von 12€, als eine Voraussetzung dafür.
Außerdem fordert DIE LINKE seit langen: Weg mit Harz IV – stattdessen wollen wir eine sanktionsfreie Mindestsicherung von mindestens 1.050 Euro einführen. Auch die Rente darf nicht unter dieses Niveau fallen - wir brauchen eine solidarische Mindestrente. Das Siche-rungsniveau der gesetzlichen Rente muss wieder auf 53 Prozent erhöht werden.
Unsäglich ist der Umgang mit der 2014 eingeführten „Mütterrente“, die die Lebensleistung von Müttern würdigen soll und die von der Grundsicherung lebenden Müttern von eben dieser Grundsicherung wieder abgezogen wird.

9.2. Welche geschlechterspezifischen Handlungsbedarfe in Bezug auf die öffentliche Ge-sundheit sehen Sie in Dortmund? Was wollen Sie tun?
Armut ist oft weiblich, Armut ist ein Krankheitsfaktor, die Lebenszeit Armer ist gegenüber der Wohlsituierter verkürzt. – Insofern ist alles, was materielle Gleichstellung ökonomisch benachteiligter Frauen fördert, auch gesundheitsfördernd:
1. Der Gender Pay Gap ist mit allen Mitteln zum Verschwinden zu bringen.
2. Nach wie vor entfällt auf Frauen der Hauptteil der gefürchteten Doppelbelastung von Familie, Pflege von Angehörigen und Beruf. – Jede gerechte Verteilung der Fürsorgeleistun-gen ist somit förderlich für Frauengesundheit.

9.3. Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass ungewollt Schwangere Zugang zu einem siche-ren, legalen und ortsnahen Schwangerschaftsabbruch haben?
DIE LINKE fordert die Streichung des §218 und §219, der das Werbeverbot enthält.
Für Dortmund fordern wir die Ausbau der nichtkirchlichen Beratungsstellen und die Sicher-stellung des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen.

10. Repräsentanz von Frauen

10.1. Durch welche Maßnahmen wollen Sie bei der Kulturförderung die Repräsentanz von Frauen in Kunst und Kultur verbessern (Bildende Kunst, Theater, Musik, Literatur)?
Auch hier ist eine Frauenquote hilfreich. Gerade in einem Feld, das in hohem Maße von männlichem Geniekult geprägt ist, ist es besonders wichtig die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen.
Für die Einstellung von Musikern gibt es die Möglichkeit, Vorspielen ohne Sicht auf den Mu-siker oder die Musizierende zur Pflicht zu machen, da sich dies bereits als gutes Mittel er-wiesen hat, den Frauenanteil zu erhöhen und geschlechtsspezifische Vorurteile der Auswählenden zu umgehen.

10.2. Gibt es Konzepte Ihrer Partei, um den Frauenanteil im Rat und in den Bezirksvertretungen zu erhöhen? Wenn ja, was planen Sie konkret?
DIE LINKE hat eine Frauenquote von 50% für alle Listen und erhöht so aktiv den Frauenan-teil.
DIE LINKE fordert die Möglichkeit von Kinderbetreuung bei allen Sitzungen von Stadt- und Bezirksvertretungen sowie den Ausschüssen, da Frauen immer noch hauptsächlich die Auf-gabe der Kinderbetreuung übernehmen.

10.3. Dortmund hat keine Frau unter den 26 Ehrenbürgern. Was unternehmen Sie, damit bei Auszeichnungen herausragende Dortmunder Frauen angemessen berücksichtigt werden (z.B. Preise, Orden, Denkmäler, Benennung von Straßen, Plätzen, Einrichtungen)?
In Dortmund gibt es immer noch einige Straßen, die nach Kolonialherren und Generälen benannt sind. Hier ergibt sich eine gute Chance, bei der dringend nötigen Umbenennung ausschließlich Frauen zu berücksichtigen. DIE LINKE arbeitet aktiv an der Sichtbarmachung von Frauen.