Repressionen gegen die Fanszene - Rote Karte für die Staatsgewalt
Ein Tiefpunkt für die Werte der deutschen Fußballkultur. Diesmal traf es die Dortmunder Fanszene im Rahmen des Champions League Spiels in Bergamo. Die Bundespolizei in Deutschland fahndete nach bis zu 300 Personen an den Flughäfen und verwehrte die Ausreise. Die italienische Polizei ging mit unverhältnismäßigen Kontrollen und Hausdurchsuchungen vor bei den Fans, die sich schon ein paar Tage vor dem Spiel in Italien aufgehalten haben.
Gegen diese Maßnahmen gingen die BVB Fans teilweise juristisch vor und bekamen im Eilverfahren recht. Dennoch trat ein Teil der Fanszene die weitere Reise nicht an, aus Solidarität zu denen, die nicht die schnelle Möglichkeit hatten dagegen vorzugehen.
"Ein Schlag ins Gesicht für die treuen Auswärtsfahrenden, die die Reise schon länger geplant hatten, Urlaub genommen und bereits Geld dafür ausgegeben haben. Unsere Solidarität gilt den von Repressionen Betroffenen Fans. Wir fordern Aufklärung von der Polizei, wie diese Maßnahmen zu rechtfertigen sind", sagt Kreissprecher Kevin Götz.
Schon im Vorfeld gab es bei der Kartenvergabe diskriminierendes Verhalten seitens des Vereins Bergamos mit den örtlichen Sicherheitsbehörden, die die Karten für den BVB-Block ausschließlich an Personen die in Deutschland gemeldet sind vergeben wollten. Gerade als Verein Borussia Dortmund mit internationalen Standing wären viele Fans davon ausgeschlossen worden. Nur durch den Druck von Fans und Verein konnten diese Maßnahme zurückgenommen werden.
Nicht nur das Spiel war aus Dortmunder Fansicht umrühmlich, sondern auch die Begleitumstände drumherum machten den Europapokalabend zu einem negativen Erlebnis in der schwargelben Vereinshistorie.
