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Die Stadt Dortmund gefährdet die Gesundheit und das Leben von Kindern

In den letzten Monaten sind aus Bremen, Bochum und anderen Städten spektakuläre Ereignisse bekannt geworden. Kinder sind an Misshandlungen gestorben, obwohl es lange vorher Hinweise dafür gab, dass die Gesundheit und das Wohl dieser Kinder gefährdet waren. Eine Untersuchung in Bremen deckte schwere Missstände beim Jugendamt auf. Es gab 79 weitere Fälle, die zwar nicht mit dem Tod eines Kindes endeten, aber durchaus schwerwiegend waren. Das ist genug Anlass für die Frage:

Wie sind die Verhältnisse beim Dortmunder Jugendamt?

Die Zahl der „Erziehungshilfefälle“ nimmt zu. Das sind die Fälle, in denen das Jugendamt eingreifen muss, weil es in einer Familie schwerwiegende Erziehungsprobleme gibt oder sogar die Gesundheit eines Kindes gefährdet ist. Die Ursachen für diese Zunahme sind vielfältig. Die materielle Not nimmt zu, 30 000 Haushalte in Dortmund sind überschuldet. Durch Arbeitslosigkeit können Konflikte in Familien entstehen, - genauso wie Alkoholprobleme und andere psychische Erkrankungen. Sicherlich werden die meisten Langzeitarbeitslosen auch weiterhin ihre Kinder gut betreuen und erziehen. Doch Langzeitarbeitslosigkeit ist ein schweres Schicksal, das nicht alle psychisch verkraften.

Obwohl es mehr Probleme und Arbeit gibt wurde das Personal des Jugendamtes nicht aufgestockt. Die Stadt hat sogar fünf offene Stellen (vollzeitgerechnet) nicht besetzt, um Geld zu sparen. Die vorhandenen 88 Stellen reichen nicht aus, um die betroffenen Kinder und Familien fachlich angemessen zu betreuen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes haben schwierige Entscheidungen zu treffen. Hierzu gehört zum Beispiel die Frage, ob man ein Kind trotz größerer Erziehungsprobleme in der Familie lassen sollte, um dem Kind und der Familie ambulant zu helfen, oder ob eine Unterbringung des Kindes in einem Heim oder einer Wohngruppe notwendig ist. Von Mitarbeitern des Jugendamtes haben wir erfahren, dass in der Mehrheit der Fälle nach Aktenlage entschieden werden muss. Das bedeutet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die entscheiden sollen, die Kinder und ihre Eltern vorher überhaupt nicht gesehen und angehört haben. Aus fachlicher Sicht der Sozialarbeit ist dies ein Skandal. Kein Arzt würde einen Patienten nur aufgrund einer Krankenakte behandeln, ohne den Patienten gesehen zu haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für diese Zustände nicht verantwortlich, wohl aber die Spitzen der Dortmunder Stadtverwaltung, nämlich Herr Oberbürgermeister Langemeyer, Herr Sozialdezernent Pogadl und der Jugendamtsleiter, Herr Bösebeck.

Die Gewerkschaft Verdi fordert: 50 neue Stellen in der Jugendhilfe

Die Linkspartei Dortmund und die WASG Dortmund solidarisieren sich mit dieser Forderung. Wir fordern außerdem: Die Mittel für die ambulante Kinder- und Jugendhilfe sowie für die Heime und Wohngruppen müssen aufgestockt werden. Entscheidungen der Jugendhilfe müssen regelmäßig überprüft werden. Entscheidungen nach Aktenlage darf es in der Jugendhilfe nicht mehr geben. Die unter Leitung von Siegfried Pogadl geführte Politik des Einsparens bei der Jugendhilfe ist grob fahrlässig und muss revidiert werden.

Die Ratsgruppe der Linkspartei hatte beantragt, 20 Stellen, die in der Stadtverwaltung eingespart werden sollen, nicht zu streichen, sondern diese Stellen in der Jugendhilfe einzusetzen. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Verbesserung der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe

Wir unterstützen die Anträge des Kinderschutzbundes und des Kinderschutzzentrums auf finanzielle Förderung durch die Stadt Dortmund Beide Vereine leisten wichtige Arbeit, wurden aber bisher nicht von der Stadt finanziell ausreichend unterstützt, obwohl die Stadt für diese Aufgaben zuständig ist. Es geht darum vor allem um Kinder unter drei Jahren, die in dem von der Stadt geplanten Frühwarnsystem unzureichend berücksichtigt werden.

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