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Solidarität mit den Menschen im Iran
Seit Ende Dezember 2025 erlebt der Iran die größte Protestwelle seit den Aufständen nach dem Tod von Mahsa Amini. Der rapide Verfall der iranischen Währung Rial hat Millionen Menschen auf die Straße gebracht. Ihre Löhne und Ersparnisse verlieren an Wert, Preise steigen, und viele können sich Lebensmittel oder Medikamente nicht mehr leisten.
Die Inflation ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Systems, das Profite über Menschen stellt. Sanktionen und wirtschaftliche Fehlentscheidungen haben die Ungleichheit verschärft. Besonders ungerecht wirkt das zweigeteilte Währungssystem: Große Unternehmen und privilegierte Importeure erhalten weiterhin Zugang zu einem staatlich subventionierten Wechselkurs, während gewöhnliche Haushalte auf dem offenen Markt mit massivem Wertverlust konfrontiert sind. So trägt die arbeitende Bevölkerung die Hauptlast der Krise.
Der Kapitalismus – ob westlich, bürokratisch oder religiös geprägt – erzeugt überall Armut und Entfremdung. Die Protestierenden kämpfen daher nicht nur gegen autoritäre Herrschaft, sondern auch gegen ein System ökonomischer Ausbeutung.
Gleichzeitig versuchen sowohl reaktionäre Monarchisten als auch imperialistische Akteure bereits, die Proteste für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Eine Rückkehr zum Schah bedeutet für die Iraner*innen jedoch keine Befreiung, sondern lediglich einen Elitenwechsel, der durch imperialistische Einflussnahme besteht. Man würde das eigene Volk nur wieder verkaufen; Iraner*innen sind jedoch mehr als transnationales Kapitalinteresse.
Auf die Proteste reagiert das Regime mit brutaler Gewalt: Schüsse auf Demonstrierende, Massenverhaftungen und Abschaltungen des Internets sollen Widerstand unsichtbar machen. Nach aktuellen Berichten liegt die Zahl der getöteten Demonstrierenden bei über 12 000 Menschen. Trotz dieser Repression fordern immer mehr Iraner*innen soziale Gerechtigkeit, politische Freiheit und ein Ende der Korruption.
Kreissprecherin Katharina Ramaker erklärt dazu: „Die Härte, mit der gegen das eigene Volk vorgegangen wird, macht fassungslos. Das Streben nach Freiheit und einem besseren Leben verdient Anerkennung und vollste Solidarität.“
Wir als Linke Dortmund schließen uns dieser Haltung an. Der Protest im Iran ist Teil eines weltweiten Kampfes gegen Unterdrückung durch kapitalistische Eliten – religiös oder neoliberal geprägt. Wir rufen zur internationalen Solidarität von unten auf:
Zwischen Gewerkschaften, feministischen Bewegungen und linken Organisationen weltweit. Diese Unterstützung muss praktisch sein – durch Informationsarbeit, humanitäre Hilfe für Betroffene der Repression sowie Druck zur Beendigung wirtschaftlicher Sanktionen. Unsere Bundesregierung darf kein Akteur kapitalistischer Interessen zugunsten von Menschenleben bleiben. Der Iran muss frei von westlicher Hegemonie bleiben; seine Zukunft gehört den Menschen selbst. Ihr Kampf gilt echter demokratischer Teilhabe an Politik und Wirtschaft sowie einer Gesellschaft ohne Profitzwang und Unterdrückung.
Vollste Solidarität mit dem iranischen Proletariat! Vollste Solidarität mit allen Genoss*innen! Nieder mit den tyrannischen Führenden!
