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Claudia Behlau

Utz Kowalewski ist Oberbürgermeisterkandidat von DIE LINKE

DIE LINKE geht mit Utz Kowalewski mit einem eigenen OB-Kandidaten bei der Kommunalwahl am 13. September ins Rennen. Die Mitgliederversammlung des Dortmunder Kreisverbandes nominierte am Samstag den Vorsitzenden der LINKSFRAKTION im Dortmunder Stadtrat mit großer Mehrheit für die Wahlen zum Amt des Oberbürgermeisters. Der gebürtige Dortmunder ist mit derzeit 49 Jahren der jüngste Bewerber unter den Kandidat*innen der demokratischen Parteien.

Seit 2010 steht Utz Kowalewski der Ratsfraktion vor und sitzt seit 2009 im Rat. Zuvor war er in den Jahren 2006 bis 2009 Sprecher der Partei DIE LINKE in Dortmund, deren Kreisverband er – anfangs noch als Kreissprecher der Vorgänger-Organisation WASG – maßgeblich in Dortmund mit aufgebaut hat. Die WASG gilt als linke Abspaltung von der SPD, die sich dann mit der ostdeutschen PDS zu heutigen LINKEN vereinigt hat.

Ein Linker als OB-Kandidat. Rechnet er sich da überhaupt Chancen aus? „Seien wir realistisch – versuchen wir das Unmögliche, so lautet ein historisches Zitat. Tatsächlich befindet sich das komplette politische Spektrum derzeit im Umbruch. Da gibt es keine Gewissheiten mehr. Chancen hat, wer die Wähler*innen überzeugen kann“, ordnet Kowalewski seine Wahlchancen ein.

„Denken Sie nur an Thüringen und die derzeitigen Umfragerekorde für Bodo Ramelow“. Aber in erster Linie sei es ihm wichtig, den Wählern in Dortmund eine soziale Alternative zu den drei im Verwaltungsvorstand vertretenen Parteien zu bieten – sowohl bei der OB-Wahl als auch bei der Wahl für den Rat. DIE LINKE war über weite Strecken der aktuellen Wahlperiode der Oppositionsführer im Dortmunder Rat. Da liegt es nahe, diese Rolle auch mit einer OB-Kandidatur zu unterstreichen.

Dortmund braucht die Sozial-Ökologische Wende

„Die Menschen in Dortmund können sich selbst ein Bild darüber machen, was die SPD – zusammen mit der CDU und den Grünen – in Dortmund in den vergangenen Jahren umgesetzt hat. Man braucht sich ja nur die Radwege, viele Schwimmbäder, die Schlaglöcher in den Straßen oder den Zustand der Schulen anzusehen“, sagt Kowalewski. Vor allem brenne es aber im sozialen Bereich. In Dortmund fehlt bezahlbarer Wohnraum, die Obdachlosigkeit sei erschreckend hoch, jeder sechste Dortmunder sei auf Transferleistungen angewiesen. „Dortmund hat – nach Duisburg – die zweihöchste Armutsgefährdungsquote in Deutschland. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sei in der ablaufenden Wahlperiode unverändert hoch geblieben. „Das müssen wir unbedingt ändern. Zu Gunsten der Betroffenen. In Dortmund soll es allen Menschen gut gehen. Wir wollen Gemeindewohnungen bauen und wir wollen die öffentliche Beschäftigung ausweiten und auch denjenigen Menschen eine Perspektive geben, die derzeit durch das Raster der Sozialsysteme fallen“, sagt Utz Kowalewski. Dieses Ziel sei um ein Vielfaches wichtiger als Dortmund mit noch weiteren Leuchtturm-Projekten zu schmücken, die leider viel zu viel Geld gekostet hätten.

„Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich liebe meine Heimatstadt. Dortmund hat viel zu bieten und soll auch viel bieten. Aber darüber dürfen wir die Menschen nicht vergessen. Und auch nicht das Klima.“ Denn das Klima und die Umwelt sind ein weiteres Steckenpferd des linken Politikers, der diplomierter Biologe ist. „Dortmund hat seine Klimaziele bislang verfehlt. Da muss dringend und vor allem schnell nachgesteuert werden. Und bei diesem Thema – genauso wie beim Tier- und Artenschutz - macht mir unter den anderen Kandidaten für das OB-Amt keiner so schnell etwas vor - auch keine grüne Schuldezernentin.“

Erfahrung mit der Stadtverwaltung und mit politischen Abläufen bringt Kowalewski mit ein. „Ich bringe in diesem Bereich mehr als zehn Jahre Erfahrung mit. Und ein ganz wichtiges Pfund: Ich kenne Dortmund und die Menschen in Dortmund aus dem ff.“ Als Beispiele gibt Kowalewski die Reform der wirtschaftlichen Jugendhilfe und die Verdopplung der Auszubildendenzahlen an, die er mit seinen Fraktionskolleg*innen in Zusammenarbeit mit der Verwaltung auf den Weg gebracht hatte.

Kowalewski kam im Knappschaftskrankenhaus in Brackel zur Welt und wuchs in Scharnhorst auf, wo er das Abitur an der Gesamtschule machte. „Ich komme aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus. Die Schröder-Agenda 2020 und die Hartz IV-Gesetze haben dann zu meinem parteipolitischen Engagement geführt“, erinnert sich der OB-Kandidat.

Während des Studiums an der Bochumer Uni (RUB) lebte Kowalewski in Dorstfeld. „Mittlerweile liegt mein Lebensmittelpunkt in meinem Direktwahlkreis Wickede“, sagt der dreifache Vater Kowalewski, der neben der LINKEN auch Mitglied beim BUND, im Verein „Mehr Demokratie“ und in der „Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm“ ist.