Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Fraktionsvorsitzender Utz Kowalewski

Stefan Nölleke

Tatsächliche Arbeitslosigkeit: Zeit zu handeln statt zu tricksen

Dank der Herbstbelebung ist die Arbeitslosenquote im Oktober 2018 in Dortmund zum ersten Mal seit 1981 auf unter 10 Prozent gesunken. Mit 30.731 Arbeitssuchenden liegt die nun allseits bejubelte Arbeitslosenquote bei 9,8 Prozent. Die Fraktion DIE LINKE und Piraten jubelt nicht.
 
Der Fraktionsvorsitzende Utz Kowalewski (DIE LINKE) erklärt warum:
"Schlechte Meldungen möchte niemand hören. Aber es bleibt dabei, dass die sinkenden Arbeitslosenzahlen letztlich mit dem größten Niedriglohnsektor Europas erkauft wurden und gerade bei der bejubelten Quote zusätzlich noch schöngerechnet werden. Arbeitslose, die krank sind, einen Ein-Euro-Job haben oder an Weiterbildungen teilnehmen, werden nicht als arbeitslos gezählt. Viele der Arbeitslosen, die älter als 58 sind, erscheinen nicht in der offiziellen Statistik. Wenn private Arbeitsvermittler tätig werden, zählt der von ihnen betreute Arbeitslose nicht mehr als arbeitslos, obwohl er keine Arbeit hat.
 
Wer die tatsächliche Arbeitslosigkeit erfassen will, muss ehrlich rechnen. Tatsächlich waren im Oktober nicht nur 30.731 Menschen ohne Arbeit, sondern 43.602. Die Quote liegt dann nicht bei den bejubelten 9,8 Prozent, sondern bei 13,4 Prozent. Darüber hinaus tauchen mutmaßlich über 1.000 nicht erwerbstätige Personen der sogenannten "Stillen Reserve", die sich entmutigt vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben und sich nicht (mehr) als arbeitslos registrieren lassen, in keiner Arbeitslosenstatistik auf.
 
Zeit zu handeln statt zu tricksen: Mit einem freiwilligen, sozialversicherungspflichtigen, öffentlich-geförderten Beschäftigungssektor mit einem Mindestlohn von 12 Euro - gerade auch in gesellschaftlich relevanten sozialen Bereichen - könnte die tatsächliche Arbeitslosigkeit dann auch tatsächlich gesenkt werden.