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Kreissprecherin Cornelia Wimmer

C. Wimmer

Stellungnahme der Kreissprecherin Cornelia Wimmer

Zu den Planungen der Leitung der städtischen Kliniken, die Mitarbeiter*innen Schutzmasken nähen zu lassen, gibt Cornelia Wimmer die folgende Erklärung ab.

Man traut seinen Augen nicht. Dortmunder Klinik-Mitarbeiter*innen werden gebeten, Schutzmasken zu nähen. Sie, die unterbezahlt, unterbesetzt, unter großem Stress und jetzt noch unter Gesundheitsgefahren eine Arbeit tun, die mehr denn je unverzichtbar ist, sollen mit Schneiderschere und Nähmaschine das fertigen, was zum klinischen und pflegerischen Alltag gehört: Schutzmasken. „In ihrer Arbeitszeit, gerne auch stundenweise“ wird Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung, zitiert. Auch die Mitarbeiterinnen eines privaten Pflegedienstes haben sich nach Feierabend an die Nähmaschine gesetzt: Das Ovital-Pflegeteam tut jetzt mit selbstgeschneiderten Masken in lustigen Designs Dienst. Na also.

Dass es Epidemien und, wenn es schlimm kommt, auch Pandemien gibt, weiß man. Es ist schließlich nicht das erste Mal. Gegenüber der Spanischen Grippe die zwischen 1918 und 1920 wütete, sind die Chancen ihrer Entstehung heute, bedingt durch Globalisierung, noch erhöht.

Aber auch ein diesbezügliches, mögliches Szenario des Robert-Koch-Instituts von 2012 hat die politisch Verantwortlichen nicht veranlasst, Vorsorge zu treffen. Ein in weiten Teilen privatisiertes Gesundheitswesen spart zudem an allem.

Jetzt versucht man hektisch, Schutzmasken und Kittel, diese banalsten Bestandteile medizinischen und pflegerischen Alltags, zu überteuerten Preisen aufzutreiben. Auf dem „ Markt“, zuverlässiger Versorger in allen Bedarfslagen, kann man solche jetzt nehmen. Also nimmt und plündert man ungeniert.

Wäre solches Nicht-Planen, Nicht-Vorhersehen, Nicht-Bevorraten auch anderswo denkbar gewesen, zum Beispiel beim Militär? Oh nein. – Hier ist man „gerüstet“ für alle Eventualitäten, für alle, „Bedrohungslagen“, und habe man sie auch durch entsprechendes Konflikt verschärfendes Handeln selbst herbeigeführt. Die „Sicherheit“ muss schließlich gewährleistet sein.

Wie ist das mit der Sicherheit des Personals im Gesundheitswesen? Wie mit unser aller Sicherheit?