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Mirja Lisa Nicolas

Mirja Lisa Nicolas

Schulen sicher machen, statt sie zu schließen

Zwei Wochen vor Beginn der Osterferien kündigte Oberbürgermeister Thomas Westphal an, die Dortmunder Schulen und Kitas aufgrund der Dynamik der Corona-Infektionen entgegen der Anweisungen des Landes schließen zu wollen. Die Bemühungen blieben erfolglos, so widersprach das Land dem gestellten Antrag und auch an Dortmunder Schulen wurde bis zu den Osterferien der Wechselunterricht fortgeführt und Kinder in den Kitas betreut.

Fast drei Wochen später liegt die Dortmunder Inzidenz bei 131,2 (Stand: 29. März, 17:00 Uhr). Die Virusvarianten haben sich auch in Dortmund mittlerweile durchgesetzt. Trotzdem verzichtet die Stadt Dortmund auf die „Corona-Notbremse“, die eigentlich ab einer anhaltenden Inzidenz von über 100 in Kraft treten sollte. So bleiben Öffnungen unter den Bedingungen von tagesaktuellen negativen Schnell- oder Selbsttests erhalten.

Wie sind die Bemühungen der Stadtverwaltung Schulen und Kitas im Hau-Ruck-Verfahren schließen zu wollen also rückblickend zu bewerten? Mit der Ankündigung hat die Stadt Dortmund dazu beigetragen, die ohnehin bestehende Verunsicherung in den Schulen und Kindertageseinrichtungen zu verschärfen. Mit dem heutigen Wissen, dass die Stadt Dortmund während der Osterferien nichts dafür tut, um die Infektionszahlen zu senken, wirkt der Aktionismus lediglich wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Die Schließungen mit dem Wohlergehen von Schüler:innen und Schulpersonal nachträglich zu begründen, klingt wenig plausibel, wenn man sie nicht in die Planungen miteinbezieht.

„Schulen öffnen“ und „Schulen schließen“ scheint somit auch in Dortmund die einzige Antwort auf das Infektionsgeschehen zu sein. Dabei wäre es nach einem Jahr Pandemie doch endlich an der Zeit Schulen sicher zu machen, statt sie zu schließen. Die Versorgung von Schulen und Kitas mit Schnelltest muss jetzt priorisiert erfolgen, damit Schul- und Kitabetrieb auch nach den Osterferien sichergestellt werden kann.

Es bleibt die Forderung nach einem reformierten Verständnis von Bildung und schulischem Lernen, das Professionelle – Schüler:innen, Lehrer:innen, Eltern und Erziehungsberechtigtem ebenso wie außerschulischem pädagogischen Personal – in die Planungen der Stadt und des Landes einbezieht.

Am 20.03. organisierte die linksjugend ['solid] Dortmund eine Kundgebung, um auf die derzeitige Situation in den Schulen aufmerksam zu machen. Unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen beteiligten sich etwa 30 Teilnehmer:innen an dem Protest.

Auch DIE LINKE. Dortmund beteiligte sich und fordert:

  • Lerngruppen verkleinern
  • Zusätzliche Räume anmieten
  • Zusatzpersonal anwerben
  • Bereitstellung von kostenlosen Masken für alle Personen in den Schulen
  • Täglich kostenlose Schnelltests für alle Personen in den Schulen
  • In Projekten lernen
  • Digitalisierung im Unterricht nutzbar machen
  • Prüfungen aussetzen – Lernfreude und Bildung erhalten