Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Neues Bündnis für mehr Personal im Gesundheitswesen

Im April hat sich das „Dortmunder Bündnis für mehr Personal im Gesundheitswesen“ gegründet. 60 interessierte Teilnehmer*innen nahmen an der Gründungsveranstaltung (Foto) teil. Mit dabei: der linke Ratsherr Dr. Bernd Tenbensel (in roter Jacke). 

 

Frage: Herr Dr. Tenbensel, an allen deutschen Krankenhäusern fehlen jede Menge Pflegekräfte. Und die vorhandenen Pfleger*innen stehen unter immensen Zeitdruck. Was genau kann und will das neue Bündnis dagegen tun?

Antwort: Mittlerweile gibt es eine wachsende Zahl an Initiativen gegen die völlig unzureichende Personalbesetzung an deutschen Kliniken. Die Gewerkschaft ver.di hat in NRW bereits an zwei Universitätskliniken durch Streiks mit den Arbeitgebern Vereinbarungen für mehr Personal getroffen. Auch die Politik reagiert jetzt, wenn auch noch nicht so, wie es für Patienten und Beschäftigt sinnvoll wäre. So sind Dortmunder Kliniken bereits Sturm gelaufen gegen eine nur zaghaft Erhöhung des Personalschlüssen ihrer Intensivstationen per Gesetzesverordnung. Das Dortmunder Bündnis will Druck aufbauen in Richtung Politik auf Landes- wie Bundesebene, aber auch auf die Arbeitgeber vor Ort. Es geht um Aufklärung über Missstände in der Gesundheitsversorgung, die durch eine unzureichende Personalausstattung bedingt sind. Es geht nicht nur um die Pflegekräfte in Kliniken sondern auch um die Altenpflege sowie die anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Viele Menschen haben schon schlechte Erfahrungen in Klinken und Heimen gemacht. Wir wollen aufzeigen, wo die Ursachen liegen und was passieren müsste.

Frage: Wer hat sich dem neuen Bündnis angeschlossen?

Antwort: In erster Linie geht es um ein Personenbündnis. Natürlich sind auch einige in Parteien aktiv oder in anderen Initiativen, wie etwa attac. Sehr wichtig ist uns die Verbindung zu den DGB-Gewerkschaften, insbesondere zu ver.di als die für den Gesundheitsbereich zuständige Gewerkschaft. So war die Dortmunder DGB-Vorsitzende Jutta Reiter auf der konstituierenden Sitzung dabei und bei ver.di-Dortmund können wir die Räumlichkeiten für unsere Treffen nutzen.

Frage: Sind schon erste Aktionen geplant?

Antwort: Mit den ersten Planungen haben wir auf der ersten Sitzung des Bündnisses am 24. April begonnen. Auf jeden Fall werden am 1.Mai auf der Veranstaltung des DGB im Westfalenpark dabei sein und für unser Bündnis werben. Desweiter gab es am 17. und 18. April den „Olympischen Brief“ - eine bundesweite Unterschriftenaktion in  Form einer Rolle, für mehr Personal in Kliniken -, auch in Dortmund geben. Darüber  hinaus wollen wir, sicher in vernetzter Form mit anderen Initiativen in NRW, uns mit der Frage eines Volksbegehrens oder einer Volksinitiative in NRW für mehr Personal auseinander setzen.

Dr. Bernd Tenbensel (DIE LINKE) ist Ratsmitglied und Mitglied im Beirat der LWL-Klinik für Forensische Psychiatrie in Aplerbeck. Zu dem ist der Dipl.-Sozialwissenschaftler Experte für Gesundheits- und Krankenhauspolitik.

Dateien