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Fraktionsvorsitzender Utz Kowalewski
Kowalewski, Utz, Die Linke, Fraktionsvorsitzender Die Linke / Piraten

Claudia Behlau

„Meylantviertel darf nicht vergessen werden“

Dortmund-Wickede. „Bei dieser Begehung hat Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka offenbar eine rosarote Brille aufgehabt“. Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN, staunt über die Ergebnisse, zu denen der Bezirksbürgermeister nach einer Mini-Begehung des Meylantviertels in Wickede gekommen ist. Im klitzekleinen Kreis, insgesamt mit nur zwei Bezirksvertretern an der Seite, ist Czierpka zu dem Ergebnis gekommen, dass man in Ruhe abwarten soll, wie sich das leerstehende und heruntergekommene Einkaufszentrum an der Meylantstraße entwickeln wird.   

„Es ist doch nicht die Aufgabe der Politik, in Ruhe abzuwarten, wenn Missstände klar erkannt sind“, kritisiert Utz Kowalewski verärgert. „Politik ist dazu da, um aktiv zu gestalten und zu verändern.“ Kowalewskis Fraktion hatte deshalb den Antrag gestellt, das alte Einkaufszentrum zu überplanen. „Seitdem die Sparkasse und der Drogeriemarkt dort ausgezogen sind, ging es bergab“, so Kowalewski, der selbst in Wickede wohnt. Seitdem hätten mehrere Anbieter und soziale Einrichtungen ihre Türen geschlossen. Und dass dann auch noch das LEG-Mieterbüro sein eigenes Wohnviertel verlassen habe, sei auch alles andere als optimal.

Natürlich stelle die Eröffnung des Discounters „Netto“ im Meylantviertel eine Verbesserung für die Einkaufssituation der rund 2600 Menschen dar, die in diesem Viertel wohnen, stimmt Kowalewski dem Bezirksbürgermeister zu. „Wir haben unter Verweis auf den Masterplan Einzelhandel lange dafür gekämpft, dass es wieder ein fußläufiges Angebot für die Menschen im Quartier gibt“, so Kowalewski.

Die Situation des direkt daneben liegenden Einkaufszentrums habe sich durch den „Netto“-Neubau aber nicht verändert, sagt Kowalewski. Es stehe weiterhin weitgehend leer. Die Folge: Es gebe Trinkgelage, die Straßenränder sind verdreckt, die verlassenen Gebäude seien zum regelrechten Angstraum geworden. Und der unfassbar schlechte Zustand der Pleckenbrink-Straße, die zu diesem Viertel führe, zeige sehr deutlich, dass die Mehrheitsfraktionen hier tatsächlich seit Jahren nichts anderes gemacht hätten als abzuwarten.

„Das Meylantviertel liegt an der äußersten Stadtgrenze. Das darf aber nicht dazu führen, dass dieser Bereich von der Politik vergessen oder vernachlässigt wird. Denn was anderes bedeutet das Abwarten von Herrn Czierpka doch nicht“, warnt Kowalewski. 

Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN ist der Meinung, dass die Zeit drängt. Denn im  Meylantviertel - so ist es in der städtischen Quartiersanalyse nachzulesen – ist der Anteil an Familien mit geringen Einkommen, von Alleinerziehenden oder aus so genanntem bildungsfernen Umfeld überdurchschnittlich hoch. „Hier muss rechtzeitig gegengesteuert werden. Wir wollen keinen weiteren sozialen Brennpunkt in der Stadt“, sagt Kowalewski und zitiert aus der aktuellen Quartiersanalyse der Stadt. Dort heißt es: „Bedauert wird, dass das (…) Einkaufszentrum nach wie vor nicht belebt werden konnte.“