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Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN
Kowalewski, Eigen, Gebel, Fraktion

Claudia Behlau

Linke & Piraten kämpfen für soziale Gerechtigkeit in der Godekin-Siedlung

„Unsere Fraktion steht für soziale Gerechtigkeit. Einer Mietervertreibung durch eine Luxussanierung werden wir niemals zustimmen“ sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion Die LINKE & PIRATEN und stellvertretender Vorsitzender des Wohnungsausschusses. Kowalewski stellt sich damit – ebenso wie alle Mitglieder seiner Fraktion – auf die Seite der Mieterinnen und Mieter in der Godekin-Siedlung in Wellinghofen.

In der Godekin-Siedlung in Wellinghofen will der Eigentümer die 128 Wohnungen modernisieren und damit auch die Preise für 98 dieser Wohnungen extrem anheben. Anfangs war ein Quadratmeter-Preis für die neuen Luxus-Wohnungen von 13,40 Euro im Gespräch. Das Bonbon, mit dem der Eigentümer den Politikern die notwendige Zustimmung versüßen will: Die restlichen 30 Wohnungen sollen als Sozialwohnungen ausgewiesen werden. „Aber: Wohnungspolitisch bedeutet dies im Umkehrschluss, dass dem niedrigpreisigen Wohnungssegment 98 Wohnungen verloren gehen“, sagt Utz Kowalewski.

Zweimal wurde die Angelegenheit schon in den politischen Gremien vertragt. Viele der Mieter sind bereits resigniert ausgezogen. Doch etwa 80 Mietparteien leben noch in dem Wohnkomplex. Wenn 30 von ihnen den Zuschlag für eine der „neuen“ Sozialwohnungen erhalten, bleiben immer noch rund 50 Familien auf der Strecke.

„Auch wenn für Dortmund 30 zusätzliche Sozialwohnungen rausspringen, geht das in diesem Fall zu Lasten und auf Kosten der restlichen alt eingesessenen Mieter“, kritisiert Kowalewski. Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN wird deshalb in der Ratssitzung am 28. September die Änderung des Bebauungsplanes für die Godekin-Siedlung ablehnen – auch wenn sich der Eigentümer, die Firma Berke, bereits auf einen neuen Mietpreis von rund 9 Euro pro Quadratmeter (nach der Sanierung) eingelassen hat. „Das ist immer noch zu viel für die jetzige Mieterstruktur“, sagt Utz Kowalewski.

„Wir gehen aber gern auf einen anderen Vorschlag des Eigentümers ein“, sagt Utz Kowalewski. Denn die Firma Berke habe gegenüber der Politik mündlich zugesichert, dass bei der Sanierung auf die wirtschaftliche Situation der Mieterinnen und Mieter Rücksicht genommen werde. „Wir beantragen deshalb als Auflage für die Änderung des Bauungsplans die rechtsverbindliche und schriftliche Zusage der Firma Berke, dass die Mieten der Bestandsmieterinnen und – mieter an deren wirtschaftliche Situation angepasst werden.“

Nachtrag:

In der Ratssitzung am 28.09.2017 wurde der oben genannte Antrag nach Gesprächen mit der SPD und den Grünen modifiziert und der Investor "nur" aufgefordert, den Bestandsmietern bei der Gestaltung der neuen Mieten finanziell entgegenzukommen. "Durch diesen Kompromiss war es möglich, dass auch SPD, CDU und Grüne den Antrag unterstützten", so Utz Kowalewski.