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Utz Kowalewski
Utz Kowalewski, Die Linke

Nach angekündigtem Stellenabbau bei Eon: LINKE fordern erneut Rekommunalisierung der DEW

„Öffentliche Vorsorge gehört auch in öffentliche Hand. Egal ob Wasser, Gas, oder Strom. Seit Jahren fordern wir eine vollständige Rekommunalisierung der DEW. Einen Teilerfolg konnten DIE LINKEN 2014 verbuchen, als tatsächlich ein 7-Prozent-Anteil zurückgekauft werden konnte, was sich als äußerst lukratives Geschäft für die Stadtwerke entpuppt hat.“

Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & Piraten, äußert sich zum geplanten Stellenabbau bei Eon. Insgesamt 4000 Menschen sollen bundesweit ihren Job verlieren, bis zu 800 davon in Dortmund. „Dieses auf schnellen Profit ausgerichtete Gebahren eines Großkonzerns gegenüber seinen Mitarbeitern ist unerträglich“, sagt Kowalewski.

Doch was hat Eon mit den DEW zu tun? Ganz einfach: Rund 40 Prozent der DEW gehören Eon. DEW – die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH – ist nicht etwa ein rein städtisches Unternehmen. Nur 60,1 Prozent von DEW sind in der Hand der Stadtwerke. 39,9 Prozent dagegen gehörten RWE – und jetzt Eon. Der Gas- und Strom-Riese aus Essen hat die RWE-Tochter Innogy übernommen und damit auch die Anteile der Innogy an der kommunalen DEW.

„Die Stadtspitze will den Großkonzern Eon nicht antasten und hat sogar extra Eon-Aktien gekauft, um den Willen zur Partnerschaft zu untermauern. Die Hoffnung war, dass Eon die ausgestreckte Hand annimmt und in Dortmund im Gegenzug keine Arbeitsplätze abbaut. Diese Hoffnung war eine Milchmädchenrechnung – das Scherbengericht ist bereits angerichtet“, so Kowalewski.

„Deshalb ist es richtig nun Konsequenzen zu ziehen und das Thema der Rekommunalisierung von DEW wieder auf den Tisch zu bringen. Die 39,9 Prozent an DEW, die jetzt Eon gehören, müssen zurück in die Hände des städtischen Mutterkonzerns“, fordert Kowalewski.

DIE LINKE gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses „DEW kommunal“, das schon seit über zehn Jahren fordert, aus der DEW wieder ein rein kommunales Unternehmen für Energie, Wasser und Gas zu machen. Utz Kowalewski listet noch einmal die vier Hauptargumente auf:

1. Nur im Falle einer Rekommunalisierung kann DEW zu Recht weiterhin als Lokalpatriot werben und sich gegen Konkurrenz von außerhalb Dortmunds im Markt behaupten. Auch RWE und Eon sind keine Partner, sondern Konkurrenten um die Kundschaft auf dem Energiemarkt.

2. DEW kann Energiewende. Bei den Braunkohle- und Atomkonzernen RWE und Eon sind Zweifel angebracht. Bisher gab es nur Verzögerungstaktiken der Konzerne.

3. Die Energiewende und die erneuerbaren Energien sind ein lukratives Geschäftsfeld. Mit einem rein kommunalen Unternehmen ließe sich dieses Geschäftsfeld wirkungsvoll und zum wirtschaftlichen Nutzen der Stadt betreiben. Zudem könnten im Bereich der erneuerbaren Energien neue Arbeitsplätze in Dortmund geschaffen werden.

4. Soziale Aspekte in der Energieversorgung sind mit einem auf Profitmaximierung ausgerichtetem Teilhaber wie RWE oder Eon kaum diskutierbar. Energiesozialtarife von DEW dagegen könnten einkommensschwachen Haushalten helfen, ihre Kosten im Griff zu halten.