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Karsten Klink

Karfreitagsgedenken: "Nie wieder Krieg - Nie wieder Faschismus"

Andreas Esch, LINKE-Bezirksvertreter in Brackel.

Seit Jahrzehnten wird am Karfreitag gegen 10.30 Uhr auf dem Internationalen Friedhof in Dortmund-Brackel am Rennweg an die Opfer des von Nazi-Deutschland begonnenen zweiten Weltkrieges (1. September 1939 - 8. Mai 1945) erinnert. Besonders in Osteuropa waren die deutschen Kriegshandlungen gegen die slawischen Völker von Anfang an als rassenideologischer Vernichtungskrieg angelegt, der mit der Ermordung von Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangenen und Widerstandskämpfer*innen letztlich bis Dortmund reichte.

Zusammen mit Mitgliedern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA), des Internationalen Rombergpark-Komitees sowie des historischen Vereines Ar.kod.M (Allrussische Kriegsopferdaten Memorial) legte der Bürgermeister der Stadt Dortmund, Norbert Schilff (SPD), Kränze an den vier Gedenkstätten auf dem Internationalen Friedhof nieder.

Ganz traditionell führte der kleine Gedenkgang der -coronabedingt- überschaubaren Gruppe von Einzelpersonen, bei dem die Coronamaßnahmen eingehalten wurden, zuerst zu dem Denkmal der jüdischen Opfer und danach zum großen Ehrenmal für die Menschen aus der Sowjetunion. Anschließend führte der Gedenkgang dann zum polnischen und serbischen Ehrenmal. "Auch wenn die Pandemie das öffentliche Gedenken nicht möglich macht, so erinnern wir uns heute alle im privaten und kleinen Kreis. Wir halten inne und gedenken der Opfer.", erklärte Bürgermeister Norbert Schilff.

Schatten der Vergangenheit
Dmitriy Kostovarov, der Vorsitzende des Vereines Ar.kod.M, der sich um die Sicherung von russischen Kriegsopferdaten verdient macht, hatte das sowjetische Ehrenmal links und rechts jeweils mit einem Transparent "Der Mensch ist erst vergessen, wenn keiner mehr an ihn denkt" eingerahmt. Das Transparent mit 12 Portraits soll einigen der Menschen, die auf dem Internationalen Friedhof meist anonym begraben wurden, ein Gesicht und einen Name (wieder) geben.

Während rund sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens während der Nazi-Tyrannei in ganz Europa durch eine selbst für die brutale Menschheitsgeschichte wohl einmalige industrielle Vernichtung von Menschen ermordet wurden, mussten die Völker der Sowjetunion mit rund 27 Millionen Toten den größten Blutzoll aller am zweiten Weltkrieg beteiligten Nationen leisten.

"Fast jede kleine Kommune hat mindestens einen Friedhof mit Gräbern sowjetischer Bürger*innen. In Dortmund habe ich insgesamt 27 Friedhöfe gefunden.", berichtet Dmitriy Kostovarov in der aktuell erschienenen Dokumentation "Schatten der Vergangenheit", die er zusammen mit Hannelore Tölke herausgegeben hat. Die Dokumentation über den Arbeitseinsatz von sowjetischen Zivilarbeiter*innen und Kriegsgefangenen kann über den Verein Ar.kod.M bezogen werden.

Bereits am Gründonnerstag hatte die Bezirksgruppe-Ost der Partei DIE LINKE an den zehn kleinen Obelisken, die sich auch auf dem Internationalen Friedhof befinden, jeweils mit einer roten Rose an die Weltkriegsopfer aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion erinnert. Den kyrillischen Inschriften der Obelisken kann man entnehmen, dass diese für 6.738 sowjetische Opfer errichtet wurden, die bis heute auf dem Internationalen Friedhof am Rennweg ruhen.

Auch der linke Brackeler Bezirksvertreter Andreas Esch und sein Fraktionskollege Christian Goldschmidt von der PARTEI  legten einen Kranz nieder.

Während des Tages nutzten immer wieder Dortmunder Bürger*innen die kostenlose Informations-App über die Geschichte des Internationalen Friedhofes, die aus einer Zusammenarbeit der Europa-Gesamtschule und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. entstanden ist. Mit der Nutzung dieser App würde jeder einen kleinen, aber unglaublich wertvollen Beitrag dazu leisten, dass die Geschichte dieser Menschen nicht vergessen wird. Der Zugangscode kann am Eingang des Internationalen Friedhofes auf der offiziellen Informationstafel gefunden werden.

"Der Frieden kann nicht durch Gewalt bewahrt werden. Er kann nur durch Verständigung erwachsen!" Albert Einstein (1879-1955)