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Interviews mit SLADO: Was sagen die Kandidaten zu queeren Themen?

Am 13. September werden in Dortmund der Rat der Stadt sowie ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gewählt. Die Kandidat*innen - darunter Utz Kowalewski (DIE LINKE) - haben vor der Wahl zu Fragen aus der queeren Community Stellung genommen. Dafür hat SLADO, der Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen Videointerviews mit den Kandidat*innen geführt und auf Facebook und Instagram veröffentlicht (Links am Ende des Textes). Hier ist der Original-Pressetext von SLADO:

 
 

Das sagen die Dortmunder
OB-Kandidat*innen zu queeren Themen

 

Breite Anerkennung für Antidiskriminierung als Führungsaufgabe des zukünftigen Stadtoberhaupts

 
 
 
 

Am 13. September werden in Dortmund der Rat der Stadt sowie ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gewählt. Die Kandidat*innen für dieses Amt Thomas Westphal (SPD), Andreas Hollstein (CDU), Daniela Schneckenburger (Bündnis 90/ Die Grünen), Utz Kowalewski (DIE LINKE) und Michael Kauch (FDP) haben vor der Wahl zu Fragen aus der queeren Community Stellung genommen. Dafür hat SLADO, der Dachverband der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transidentenvereine und -initiativen Videointerviews mit den Kandidat*innen geführt und auf Facebook und Instagram veröffentlicht (Links am Ende des Textes).

Alle fünf Interviewten haben dabei deutlich gemacht, dass sie Antidiskriminierung als zentrale Führungsaufgabe des zukünftigen Stadtoberhaupts ansehen. Thomas Westphal: „Das ist eine Anforderung, die muss man vorleben, also selber auch deutlich machen, man lebt diskriminierungsfrei, handelt auch so.“ Andreas Hollstein: „Es ist wichtig, dass man gerade bei Minderheitenrechten sensibel umgeht und genau hinhört.“ Daniela Schneckenburger schlägt vor, „dass wir ein Antidiskriminierungsbüro in Dortmund einrichten, das eine Ombudsfunktion hat.“ Utz Kowalewski: „Ich glaube, dass wir in Bezug auf diese Frage mehr Bildungsaktivitäten brauchen.“ Michael Kauch: „Konkret möchte ich das Diversity Management, das die Stadt schon begonnen hat, fortführen.“

Eindeutig haben sich die Kandidat*innen für den Fortbestand der Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule und Transidente, die derzeit im Amt des Oberbürgermeisters besteht, ausgesprochen. Daniela Schneckenburger plädiert dafür, „dass wir die Koordinierungsstelle im Amt der Oberbürgermeisterin erhalten und fortführen.“ Utz Kowalewski: „Ich glaube, dass die Koordinierungsstelle im Amt des Oberbürgermeisters da genau richtig platziert ist. Die würde ich gern beibehalten wollen und personell unter Umständen noch ein bisschen besser ausstatten.“ Michael Kauch: „Wir wollen, dass die Koordinierungsstelle für LSBTI weiter direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt wird, damit es auch eine Querschnittfunktion für die gesamte Verwaltung ist.“ Andreas Hollstein: „Ich glaube, dass die Themen Rassismus, Vielfalt, Migration und auch queeres Leben im Bereich des Oberbürgermeister-Büros richtig angesiedelt sind.“ Thomas Westphal verwies in seiner Antwort ebenfalls darauf, dass in den vergangenen Jahren mehrere Koordinierungsstellen eingerichtet wurden: „Das möchte ich fortführen, das soll ausgebaut werden und mit einer Vernetzung vielleicht noch ein Stück intensiviert werden.“

Offen zeigten sich die Kandidat*innen für eine Ausweitung der queeren Jugendarbeit. SLADO betreibt seit 2009 die Jugendbildungs- und Beratungseinrichtung Sunrise im Fritz-Henßler-Haus. Michael Kauch: „Zunächst einmal ist es toll, was das Sunrise an Arbeit leistet. Klar ist natürlich, wenn mehr Jugendliche die Angebote wahrnehmen, müssen wir schauen, brauchen wir hier gegebenenfalls einen Aufwuchs.“ Daniela Schneckenburger: „Man muss nochmal genau draufschauen, ob die Größenordnung stimmt, ob wir uns inhaltlich weiterentwickeln müssen und ob wir Jugendlichen insofern ein verbreitertes Angebot machen müssen.“ Thomas Westphal gab als Ziel an, „dass man sich völlig unbefangen, frei bewegen kann, das wird wichtig sein im Stadtraum.“ Andreas Hollstein verwies in seiner Antwort auch auf die Möglichkeit dezentraler Angebote: „Wenn wir sagen, wir sind in der Stadtgesellschaft weiter und wir wollen gern in den Nachbarschaften auch die Möglichkeit geben, queeres Leben in normalen Jugendtreffs zu leben, dann sollte man das natürlich tun.“ Utz Kowalewski plädierte sowohl für mehr Dezentralität als auch für ein gut ausgestattetes zentrales Jugendzentrum: „Das Sunrise ist jetzt in bisschen klein für den Bedarf. Ich glaube schon, dass wir da was Größeres brauchen.“

SLADO begrüßt die Bereitschaft aller fünf Kandidat*innen, zu den Themen, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und andere queere Menschen (LSBTIQ*) in Dortmund berühren, Stellung zu nehmen. „Wir freuen uns über die Sensibilität, die die Kandidat*innen gegenüber LSBTIQ* versprechen“, sagt Paul Klammer von SLADO. „Die großteils sehr klaren Positionen stimmen uns zuversichtlich, dass wir mit dem nächsten Oberbürgermeister oder der nächsten Oberbürgermeisterin, aber auch mit den demokratischen Ratsfraktionen wie schon in den vergangenen Jahren konstruktiv zusammenarbeiten werden, um die Situation für LSBTIQ* in Dortmund weiter zu verbessern.“

Für die Interviews haben die Kandidat*innen zu folgenden Fragen Stellung genommen:

  1. Was bedeutet Vielfalt für Sie persönlich?
  2. Was werden Sie als Oberbürgermeister*in tun, damit LSBTIQ* in Dortmund in Schulen, Ämtern und in der Öffentlichkeit nicht mehr diskriminiert werden?
  3. Was muss Ihrer Meinung nach in Dortmund für LSBTIQ* Jugendliche mehr getan werden? Braucht Dortmund ein größeres queeres Jugendzentrum?
  4. Wer soll sich im Rathaus zukünftig um die Themen queerer Menschen kümmern?
  5. Was muss sich in Dortmund ändern, damit es ein attraktives Nachtleben gibt – auch für queere Menschen?

Die Fragen hatte SLADO in den vergangenen Wochen in der Community gesammelt und für die Interviews ausgewählt.