Diese Website verwendet Cookies.
Skip to main content
Hasan Ilgün, Bezirksvertreter in Hombruch

Claudia Behlau

Harkortstraße - „Wohnsituation verschlechtert sich deutlich“

Hombruch. „Ich finde es skandalös, wie die Politiker im Rathaus mit den Beschlüssen der Bezirksvertreter aus Hombruch umgehen. Außer dem Bezirksbürgermeister haben sich alle, wirklich alle Bezirksvertreter in Hombruch gegen den Bau von zwei weiteren Mehrfamilienhäusern an der Harkortstraße ausgesprochen. Und was macht der Rat? Er tritt unsere Entscheidung mit Füßen.“

Hasan Ilgün, Bezirksvertreter für DIE LINKE in Hombruch, ist stinksauer. Nicht, weil er und seine BV-Kollegen eine Niederlage einstecken mussten. Und noch nicht einmal, weil in absehbarer Zeit 74 Bäume gefällt werden. Sondern er ist sauer, weil durch die Neubauten die Wohnsituation von zahlreichen Hombrucher Familien, die in dem Karree Harkortstraße / Egerstraße / Karlsbader Straße leben, extrem verschlechtert wird.

„Die Bestandsmieter bezahlen viel Geld, weil ihre Wohnungen von der Vonovia mit zusätzlichen Balkonen ausgestattet wurden. Teilweise ist von 100 Euro Mehrkosten die Rede. Die Mieter nehmen das auf sich. Denn sie haben sich über die Balkone gefreut und über die Aussicht in ihren grünen Innenhof und in den freien Himmel“, sagt Hasan Ilgün. Doch genau in diesem Innenhof sollen nun die neuen drei bis viergeschossigen Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Innenverdichtung, lautet das Schlagwort.

„Das wird so eng, dass man fast die Kaffeetasse von einem Balkon auf den gegenüberliegenden neuen Balkon weiterreichen kann“, sagt Hasan Ilgün. Die 13 Meter Abstand, mit denen die Stadtverwaltung die immer wieder kritisierte Nähe zwischen Neubauten und Bestandsbauten dementiert, glaubt er nicht. „Die wollen die aktuellen Mieter und uns Bezirksvertreter nur beruhigen.“

„Doch es wird ja nicht nur eng“, argumentiert Hasan Ilgün. „Es wird auch dunkel.“ Den Menschen und ihren Wohnungen werde ja auch Licht weggenommen. Und auch der direkte Ausblick auf Häuserwände sei ja nicht unbedingt der Traum eines jeden Mieters. Ganz davon abgesehen sei noch die Frage ungeklärt, wo die künftigen Mieter ihre Autos abstellen sollen. „Die angekündigten 35 Parkplätze reichen doch hinten und vorne nicht“, kritisiert der linke Bezirksvertreter.  

Natürlich wisse die Ratsfraktion DIE LINKE & PIRATEN, dass in Dortmund ein großer Bedarf an zusätzlichem Wohnraum bestehe, ergänzt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE & PIRATEN. Und man habe generell auch nichts gegen eine Nachverdichtung. „Wir freuen uns über jede neue und vor allem über jede preisgünstige Wohnung. Doch eine räumlich so enge Situation wie an der Harkortstraße ist den langjährigen Bewohnern wirklich nicht zuzumuten.“ Die Linken & Piraten hatten deshalb das Projekt dieser Nachverdichtung im Rat abgelehnt. Kowalewski: „Die Stadt Dortmund schiebt jetzt den Rat vor, der das Projekt genehmigt hat. Das klingt nach einem einstimmigen Beschluss. Aber es war ausschließlich die Mehrheit aus SPD, CDU und FDP/Bürgerliste, die sich über die Forderungen aus Hombruch hinweggesetzt hat.“

Der Fraktionsvorsitzende ist verärgert: „Fakt ist, dass die Verwaltung den Auftrag aus dem  vorherigen Wohnungsausschusses nicht abgearbeitet hat. Der lautete so, dass die Verwaltung auf den Investor einwirken sollte, einen anderen anwohnerfreundlichen Entwurf vorzulegen - also vor allem deutlich kleiner. Doch passiert ist nichts – und die bis dahin ebenfalls skeptische Fachfraktion der SPD ist dann inhaltlich einfach umgefallen und winkte den vorher selbst kritisierten Verwaltungsentwurf dann unverändert durch. Heute Hü und morgen Hott.“