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Fraktionsvorsitzender Utz Kowalewski

Claudia Behlau

„Der Fall ‚Godekin-Siedlung‘ ist für uns noch nicht erledigt“

Wellinghofen. „Eine Mieterhöhung auf neun Euro pro Quadratmeter ist für uns nicht akzeptabel“. Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN ist mit dem aktuellen Verhandlungsergebnis für die Sanierung der Wohnungen in der Godekin-Siedlung nicht einverstanden. „Wir sehen es genauso wie der Mieterverein: Für uns sind die Gespräche noch nicht abgeschlossen“, sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

Anders sieht es wohl der Vermieter, die Firma Wohnungsbau Berke. Laut Medienberichten hat das Unternehmen vor wenigen Tagen etwas verschnupft einen Verzicht auf die umfangreichen Arbeiten in der Godekin-Siedlung angekündigt und sich für die abgespeckte Form einer energetischen Sanierung entschieden. Grund für diese Entscheidung ist der fehlende Bebauungsplan, den Berke für den Umbau und die Erweiterung des Wohnkomplexes benötigen würde. Doch die Politik – darunter die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN – hatte diesen Bebauungsplan nicht genehmigt, sondern die Angelegenheit in den September verschoben. 

„Die umfangreiche Sanierung und den Umbau sollten die Mieter ursprünglich mit unglaublichen 13,40 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Da darf man sich doch nicht wundern, wenn wir erst einmal entsetzt jedwede Änderung eines Bebauungsplans ablehnen. Aber das Thema wurde ja nicht in die Ewigkeit vertagt, sondern ganz konkret in den September“, so Kowalewski. Deshalb sei es unprofessionell, wenn das Unternehmen Berke wegen einer Verzögerung von nur zwei Monaten so beleidigt reagiere, alle Umbaupläne in die Tonne werfe und nur noch energetisch sanieren wolle.

Utz Kowalewski: „Wir bitten die Verantwortlichen der Firma Berke dringend, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Denn auch für die Firma Berke gilt: Eigentum verpflichtet. Die Sanierung und die geplante Aufstockung für neuen Wohnraum sind vom Prinzip her richtig, aber über Umfang und Mieterhöhung muss man sich noch mit den Mietern verständigen.“ Denn weder 9 Euro für eine energetische Sanierung noch 13,40 Euro für eine Komplettrenovierung seien in Ordnung. Kowalewski: „Alleine der Betrag von neun Euro entspricht einer Miet-Steigerung um 80 Prozent. Das finden wir ebenso wenig amüsant wie der Mieterverein.“

Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN gibt aber die Hoffnung nicht auf, dass Politik und Mieterverein – mit Hilfe der Vermittlung der Stadt Dortmund – mit dem Eigentümer noch eine gute Lösung für die Mieter finden. „Dann steht auch einer Verabschiedung des B-Plans im September nichts mehr im Wege.“