Die Fraktion DIE LINKE übt harsche Kritik an der jüngsten Panne im PCB-Skandal. „Es mischen sich Verschleppungsstrategien der Behörden mit offensichtlichen Unzulänglichkeiten. Als Bürger kann man sich nicht mehr gut aufgehoben und geschützt fühlen. Die Leute haben ein Recht darauf zeitnah zu erfahren ob sie womöglich stark gefährdet sind in Zukunft an den Folgen einer PCB-Belastung zu erkranken“, ist Utz Kowalewski, Sprecher der Linken im Umweltausschuss erbost. Rund 200 Blutproben von Mitarbeitern von Firmen die auf dem Betriebsgelände von Envio tätig waren, konnten aufgrund einer Panne bei der Auslieferung an das Analyselabor in Erlangen nicht mehr verwendet werden.
„Bei den Anwohneruntersuchungen sollen Kinder unter 14 Jahren nicht für Untersuchungen zugelassen werden, weil die umfangreiche Blutentnahme zu belastend sei. Den betroffenen Mitarbeitern mutet man das nun gleich doppelt zu. Ich kann nur jeden Mitarbeiter auffordern am Ball zu bleiben und die Blutprobe erneut abzugeben – auch wenn es im Einzelfall schwer fällt“, so Kowalewski weiter.
Bereits auf der letzten Sitzung des Umweltausschusses ist die Politik mit der Bezirksregierung hart ins Gericht gegangen. Es sei viel zu schleppend ermittelt worden. DIE LINKE hatte moniert, dass man bei PCB-Freisetzungen nicht runde 3 Jahre braucht, um einen Verursacher zu finden, wenn sich im betreffenden Gebiet eine der größten PCB-Entsorgungsfirmen der Bundesrepublik befindet. „Ein Blick in die gelben Seiten, hätte hier schon hinreichende Anhaltspunkte geliefert“, so Kowalewski spöttisch und verweist auf die entsprechende Anfrage der Linken aus dem November letzten Jahres. Immerhin hatte Oberbürgermeister Ulrich Sierau aktuell aufgrund der vorangegangenen Kritik der Linken im Verwaltungsvorstand der Stadt durchgesetzt, ein erst im Dezember an Envio verliehenes Umweltzertifikat wieder zurücknehmen zu lassen.