25. Oktober 2010 Utz Kowalewski

Herrentheyer Bach und Naturschutzgebiet Groppenbruch sind ökologische Einheit

Die Stadtverwaltung hat auf Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE eingeräumt, dass das Naturschutzgebiet Groppenbruch und der renaturierte Herrentheyer Bach einen „wertvollen zusammenhängenden Lebensraum“ bilden. Der Bereich von den Bachauen des Herrentheyer Bachs über die Halde Groppenbruch sowie die Gehölz- und  Wiesenflächen am Brockenscheidter Weg bis hin zum Naturschutzgebiet Groppenbruch könnten daher als Biotopverbund betrachtet werden.
 
 
Die Renaturierung des Herrentheyer Bachs hat 3,04 Mio Euro gekostet. Durch die Rückführung vom offenen Schmutzwasservorfluter zum natürlichen Fließgewässer hat sich die Wasserqualität inzwischen auf Wassergüte 2-3 (kritisch belastet) verbessert. „Offensichtlich befindet sich der Bach aber noch in einer Phase, wo zusätzliche Belastungen das bereits Erreichte gefährden könnten. Angesichts der bereits geleisteten Baukosten und des bestehenden Biotopverbundes ist der Beschluss des Rates zur Ausweisung eines Industriegebietes zwischen Herrentheyer Bach und dem Naturschutzgebiet Groppenbruch noch einmal zu hinterfragen“, fordert Utz Kowalewski, Sprecher der Linken im Umweltausschuss.
 
 
Tatsächlich sind nach Aussagen der Verwaltung im Plangebiet zahlreiche geschützte Brutvogelarten dokumentiert. „Grünspecht, Kiebitz, Mäusebussard, Mehlschwalbe, Nachtigall, Neuntöter, Rauschschwalbe, Schleiereule, Sperber und Steinkauz gelten als planungsrelevant. Für sie müssten Ersatzbiotope in unmittelbarer Nähe geschaffen werden. Ein Ding der Unmöglichkeit innerhalb des stark zersiedelten Stadtgebietes“, meint Kowalewski. Darüber hinaus ist die seltene und nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) bei Untersuchungen der Emschergenossenschaft nachgewiesen worden. Außerdem finden sich drei Arten (Köcherfliegenlarven und Wasserschnecken) der Roten Liste NRW im Herrentheyer Bach.