19. Juli 2011 Utz Kowalewski

Jamaika-Bündnis überstimmt rot-rote Bürgernähe

Torsten Behrendt

Auf der heutigen Sitzung des politischen Beirates zur Stadtgebietsreform hat sich eine Jamaika-Mehrheit dafür ausgesprochen die Stadtbezirke Huckarde und Eving aufzulösen und die Zahl der Bezirksverwaltungsstellen auf sieben zu reduzieren. Sozialdemokraten und Linke hielten dagegen und stimmten für den Erhalt des derzeitigen Zustandes. Die entgültige Entscheidung fällt aber der Rat.

Torsten Behrendt, Bezirksvertreter aus Hörde, monierte besonders, dass die vor einiger Zeit eingeführte Verschlechterung der Serviceleistungen für die Bürger in Hörde durch die Unterteilung von Frontoffice und Backofficebereich nun als Vorbild für alle Stadtbezirke gelten soll.

Petra Tautorat, Ratsmitglied der Linken, lobte die gute Arbeit der Verwaltung bei der Sitzungsvorbereitung: „Am Klinikum hätte man dafür vermutlich eine Unternehmensberatung mit gleichem Ergebnis aber einem Vielfachen der Kosten gebraucht.“

Utz Kowalewski, Ratsmitglied der Linken, stört am aktuellen Sparvorschlag, dass durch die Abschaffung zweier nördlicher Bezirke bei einer gleichzeitigen Beibehaltung der globalen Finanzausstattung, Stadtbezirke wie Mengede und Scharnhorst mit ähnlich wenig Geld wie bisher eine erheblich größere Siedlungsfläche zu bewirtschaften haben. Gleichzeitig erhalten die eher reicheren Bezirke im Dortmunder Süden anteilig sogar mehr Zuwendungen und sind die klaren Gewinner des Jamaika-Kompromisses. „In dieser Hinsicht ist der aktuelle Vorschlag höchst unausgewogen“, so Kowalewski.