4. November 2010 Utz Kowalewski

Bendergutachten keine sachliche Diskussionsgrundlage

Das Gutachten von Prof. Bender zum PCB-Skandal in Dortmund ist nicht als sachliche Diskussionsgrundlage anzusehen. Zu diesem Schluss kommt das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes NRW (LIGA). Bender war als Mitarbeiter sowohl von BASF als auch des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ein namhafter Verteidiger der Giftfirma Envio und hatte die hohen PCB-Werte im Blut der Enviomitarbeiter als arbeitsrechtlich in Ordnung eingestuft.
 
Für „eine Beerdigung erster Klasse“ hält der Fraktionsvorsitzende der Linken im Dortmunder Rat, Utz Kowalewski, den Versuch Envios mit Hilfe des Gefälligkeitsgutachten eines im PCB-Betrieb von BASF beschäftigtem Lobbyisten aus der Defensive zu kommen.
 
 „Damit lassen aus Sicht des LIGA.NRW weder die „Bewertung“ von Prof. Bender noch die daraus abgeleiteten Schlussforderungen seitens der Firma Envio den Schluss zu, dass eine vorschriften- und genehmigungskonforme Arbeitsschutzsituation vorlag,“ fällt die Bewertung der LIGA am Ende ihrer Stellungnahme deutlich aus. Prof. Bender scheint in seiner Seriosität durch die Einschätzung der LIGA ebenso deutlich beschädigt zu sein.
 
„Man muss sich allerdings die Frage stellen, welche Interessen die Bundesregierung eigentlich in Bezug auf Envio verfolgt. Der „Fall Bender“ ist ja schon der zweite Vorfall in dem Mitarbeiter der Bundesregierung in die Machenschaften von Envio verwickelt waren. Der Kasachstan Deal von Envio war ja ebenfalls durch den Besuch einer Delegation des damaligen Bundeswirtschaftsministers Glos zustande gekommen“, fragt sich Kowalewski.