23. Februar 2017 Carsten Klink

Armutsrisiko steigt in Dortmund: „Tausende leben in bedrückender Armut“

Carsten Klink

Einer Auswertung der Daten der Statistikämter von Bund und Ländern durch die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN zufolge ist die Zahl der „Armutsgefährdeten“ in Dortmund zwischen 2005 und 2015 um 7,1 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von 38,17 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind 15,7 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet.

Dazu erklärt Ratsmitglied Carsten Klink (DIE LINKE), der finanzpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN: „Bundesweit belegt Dortmund im Vergleich der 15 größten Städte Deutschlands hinter Duisburg (26,6 Prozent) beim Armutsrisiko einen unrühmlichen zweiten Platz.

Neben der Absenkung des Rentenniveaus und der hohen Arbeitslosigkeit ist die Ausbreitung des Niedriglohnsektors samt Leih- und Zeitarbeit einer der Hauptgründe für die Zunahme der Armutsgefährdung in Dortmund. Deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde und endlich den Aufbau eines öffentlich-geförderten Beschäftigungssektors in Dortmund. Auch umfangreiche öffentliche Kindertagesstätten und kostenlose Schulmittagessen sind kommunale Investitionen in die Zukunft, denn Kinder aus armen Familien brauchen bessere Startchancen.“

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens verfügt. Dies entsprach für eine Einzelperson im Jahre 2015 einer Summe von unter 1.033 Euro monatlich.

„Schon mit 1.033 Euro im Monat ist das Leben ein ständiger Kampf. Überträgt man bundesweite Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) auf Dortmund, haben Armutsgefährdete aber ein tatsächliches durchschnittliches Nettoeinkommen von nur 719 Euro im Monat. Tausende leben in Dortmund in bedrückender Armut. Der Sozialstaat muss wieder so ausgebaut werden, dass er Menschen wirklich vor Armut bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit oder Kinderreichtum schützt“, so der linke Ratsvertreter Carsten Klink.