24. März 2011 Utz Kowalewski

„Prostitution verschwindet nicht per Ratsbeschluss!“

Prostituiertendemo

Für den Erhalt des Straßenstrichs zogen rd. 60 Prostituierte vor das Rathaus.

Für den Erhalt des kontrollierten Straßenstrichs an der Ravensberger Straße haben am Donnerstag rund 60 Prostituierte demonstriert. Mit ihrem Marsch zum Dortmunder Rathaus wandten sie sich lautstark gegen Pläne von CDU und SPD, den Strich in der Nordstadt und damit ihren geschützten Arbeitsplatz zu zerschlagen. Utz Kowalewski sagte ihnen auf dem Friedensplatz die Unterstützung der LINKEN Ratsfraktion zu.

Wie die Frauen geht auch DIE LINKE davon aus, dass die Schließung der Ravensberger Straße schlimme Konsequenzen hat. Kowalewski: „Wer den Straßenstrich an der Ravensberger Straße schließt, der nimmt in Kauf, dass die Prostitution tatsächlich in die Wohngebiete der Nordstadt zieht – und zwar vom Hafen bis zum Hoeschpark. Wer den Straßenstrich schließt, der nimmt in Kauf, dass auch vermehrt Jugendliche ihre Körper verkaufen – ohne Schutz und Beratung durch Kober. Wer den Straßenstrich schließt, erleichtert es den Menschenhändlern und Zuhältern, unbeobachtet ihren kriminellen Machenschaften nachzugehen und sich den Straßenstrich wieder zurück zu erobern. Deshalb lehnen wir die ersatzlose Schließung der Ravensberger Straße ab!“

Keinen Hehl machte der Fraktionsvorsitzende daraus, dass LINKE keine Freunde der Prostitution seien. „Für uns ist es eine sehr bittere Realität, dass sich Frauen in unserer Stadt gezwungen sehen, durch Sex gegen Geld Ihr Dasein zu finanzieren. Aber – und das gilt besonders für Frauen: Gut bezahlte, sichere Arbeit ist selten geworden, nicht nur in Dortmund. Also, so bitter wir das finden: Prostitution ist Teil dieser Stadt. Man kann nicht so tun, als könne man Prostitution verschwinden lassen, per Ratsbeschluss oder mit der Polizei. Deshalb stehen wir heute an Ihrer Seite, wenn Sie für annehmbare und sichere Arbeitsbedingungen kämpfen. Und deshalb stimmen wir im Rat gegen die Schließung der Ravensberger Straße!“

Von SPD und CDU habe DIE LINKE früh gefordert, ihre Konzepte für die Nordstadt mit den Expertinnen von Kober und der Mitternachtsmission abzustimmen. „Hätten sie das beherzigt, dann wüssten Sie, dass es Alternativen zum Ende der Ravensberger Straße gibt“, so Kowalewski vor den Demonstrantinnen. Zwar halte DIE LINKE die Ausweitung des Sperrbezirkes für richtig, doch es müsse weiterhin einen geschützten Raum für die anschaffenden Frauen geben. „Wir LINKE haben nichts dagegen, wenn die Polizei den Freiern, die sich nicht an diese Bedingungen halten, kräftig auf die Finger haut. Aber eine Hatz auf die Prostituierten, wie bei der Razzia am 16. März, die machen wir nicht mit!“