Vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe in Japan will DIE LINKE die Atomtransporte durch das Ruhrgebiet im Dortmunder Rat thematisieren. In einer Resolution fordern die Linken die Bundesregierung zum sofortigen Atomausstieg auf und die Landesregierung zu einem Moratorium für Atomtransporte in NRW.
Seit Jahren wird die größte deutsche Urananreicherungsanlage (UAA) der Urenco in Gronau unter anderem über die Bahnstrecke durch die Stadt Lünen beliefert. Die Strecke kommt den Stadtteilen Mengede, Eving und Scharnhorst, insbesondere aber dem Dortmunder Stadtteil Brechten sehr nahe. Außerdem wird radioaktives und hochätzendes Material auch per LKW durch das Ruhrgebiet gefahren, so dass es nach Ansicht der Linken nur eine Frage der Zeit ist, bis ein solcher LKW verunglückt.
„Die Urenco beliefert auch die Firma Tepco, die die japanischen Katastrophenreaktoren betreibt. Japan ist weit weg – wenn es um den Betrieb der Kernkraftwerke geht, ist NRW aber ganz direkt mit von der Partie und trägt damit auch einen Teil der Verantwortung für die Folgen seiner Atompolitik, ebenso wie die Anteilseigner der Urenco - RWE und Eon“, meint der Fraktionssprecher der Linken, Utz Kowalewski. Doch auch die sich häufenden Unfälle in der UAA selbst sind für die Linken Grund genug sich für eine Beendigung der Atomtransporte durch NRW einzusetzen. Daher wird die Stadtverwaltung in der Ratsresolution gebeten, sich mit anderen Kommunen zusammen zu schließen und sich für ein Ende der Transporte stark zu machen.
Vor dem Hintergrund einer linken Anfrage von 2006 in der Ex-OB Langemeyer es abgelehnt hatte, sich für ein Ende der Urantransporte rund um Dortmund einzusetzen, wird darüber hinaus der derzeitige OB Sierau gefragt, wie er angesichts der vielen Unfälle in der Atomindustrie angefangen von Tschernobyl (1986), Biblis A (1987/1992) und Forsmark (2006) bis hin zu Fukushima (2011) diese Antwort bewertet.