Nach dem Zusammenstoß von ortsansässigen türkischstämmigen Migranten in Duisburg mit aus Dortmund zugezogenen Rumänen und ihrem ebenfalls aus Dortmund kommenden türkischstämmigen Vermieter, fordert die Ratsfraktion von DIE LINKE die große Koalition im Rathaus auf ein Deeskalationskonzept nicht länger zu verhindern. Utz Kowalewski, Sprecher der Linken Ratsfraktion, erklärt dazu:
„Es wird dringend Zeit einen Dialog zwischen Minderheit und Mehrheit zu organisieren, um das friedliche Zusammenleben auf Dauer sicherzustellen. Im Rat hatten wir dazu Anträge gestellt, einerseits die Roma auf die hiesige Mehrheitsgesellschaft einzustellen, indem ein Kompetenzzentrum für Roma nach dem Vorbild des Göttinger Erfolgsmodells gegründet wird. Andererseits wollten wir mit Hilfe einer Informationskampagne auch der Mehrheitsgesellschaft die dramatische Lebenssituation der Roma näherbringen, um Verständnis dafür zu wecken, dass in einer Übergangszeit das Zusammenleben nicht belastungsfrei abläuft. Beide Anträge wurden von CDU und SPD vom Tisch gefegt.
In der Ratsdebatte hatte ich auf die Entwicklungen im Vorfeld der Ausschreitungen von Hoyerswerda verwiesen und wenn der derzeitige politische Kurs fortgesetzt würde, ähnliches auch für Dortmund befürchtet. Die Ereignisse in Duisburg bestätigen diese Befürchtung. Die türkischstämmigen Bevölkerung möchte ich daran erinnern, dass in Solingen und Möln die türkischen Migranten in den Häusern waren – in Duisburg stehen sie jetzt mit Steinen in der Hand davor. Darüber gilt es nachzudenken und einen anderen Weg einzuschlagen. Wir können von Glück sagen, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Ich bin mir aber sicher, dass die große Mehrheit unserer türkischen MitbürgerInnen dieses Vorgehen absolut mißbilligt.
So sehr wir den Unmut über Müll, Überbelegung von Wohnraum und armutsbegleitende Kriminalität durchaus verstehen, rufen wir doch zur Besonnenheit auf. Die Neuankunft von neuen größeren Bevölkerungsgruppen ist immer eine Herausforderung, aber ebenso wie diese Herausforderungen für die türkischen, polnischen oder italienischen Migranten inzwischen zu einem großen Teil erfolgreich gemeistert wurden, genauso werden diese Herausforderungen auch für die Roma zu meistern sein. Wir müssen ihnen nur die Chance geben sich in die Gesellschaft zu integrieren. Das braucht Zeit und das erfordert eine Integrationsstrategie.“