5. Mai 2011 Rolf Dückering

Hauptbahnhof weiterhin größte Barrikade für Behinderte

Hauptbahnhof Dortmund

Anlässlich des europaweiten Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert die Dortmunder Ratsfraktion DIE LINKE von der Deutsche Bahn AG, endlich in die barrierefreie Gestaltung des Hauptbahnhofes einzusteigen. „Dortmunds wichtigster Verkehrsknotenpunkt ist für Rollstuhlfahrer weiterhin nahezu unpassierbar“, erklärt Rolf Dückering, Behindertenpolitiker für die Fraktion DIE LINKE. Dabei werfe der von der Stadt am Nordeingang geplante Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) alte Probleme neu auf.

Der Weg von Gleis 20 des Hauptbahnhofes bis zum künftigen Bushalteplatz zwischen Post und CineStar betrage für einen gesunden Passagier 150 Meter – ein Rollstuhlfahrer komme auf gut das Achtfache, schätzt Dückering. Ursache seien die Treppen am Nordausgang und zur U-Bahn. Also führe der Weg vom Gleis durch Aufzug und den Abfalltunnel erst einmal Richtung Süden, vorbei an McDonalds und über den Wall, dann links zur Stadt- und Landesbibliothek, bevor es dann durch die Unterführung zur U-Bahn endlich in Richtung Nordstadt geht. „Das ist ein Umweg, den ein seriöses Transportunternehmen keinem Bürger ernsthaft zumuten kann – schon gar nicht über Jahrzehnte“, urteilt Dückering.

Zwar habe die Sensibilisierung für die Bedürfnisse körperlich beeinträchtigter Menschen in Dortmund sehr wohl zugenommen, nicht nur bei der Stadtverwaltung, sondern auch bei den örtlichen Verantwortlichen der Bahn AG, die die neue Eingangshalle mit einem Blindenleitsystem und Aufzügen zu den Kopfgleisen ausgestattet hat. „Hierbei hat das Behindertenpolitische Netzwerk und die Behindertenbeauftragte der Stadt eine gewichtige Rolle gespielt“, weiß Dückering. Doch DIE LINKE moniert: Grundsätzlich geändert habe sich an den Barrieren im Bahnhof bisher noch nichts.

„Der Zustand am Dortmunder Bahnhof schränkt Menschen mit Behinderungen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe gravierend ein. Dabei kann ein alltagsfähiges Angebot für körperlich beeinträchtigte Menschen keine rein betriebswirtschaftliche Frage sein.“ Rolf Dückering erinnert an das Motto des heutigen Protesttages: „Inklusion, also die gesellschaftliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, beginnt im Kopf. Bei den Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG in Berlin scheint sie dort noch nicht angekommen zu sein.