In Ihrem Artikel „Die Schattenseiten der Ost-Erweiterung in Europa“ in den Ruhr Nachrichten vom 10.Mai 2011 als Ankündigung einer Veranstaltung treffen Sie simple Feststellungen. Zuerst bieten Sie bei der Veranstaltung eine Dia-Schau, die einen Einblick in die „Slums“ von Stolipinovo gibt und ergänzen sie mit Bildern aus der Nordstadt. Respekt, das hat auch ein Regisseur in den 30er Jahren mit dem Film „Der ewige Jude“ nicht besser hinbekommen.
Doch dann folgt Ihr Artikel einer scheinbar logischen Schrittigkeit, die nur als gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit bewertet werden kann:
Wörtlich schreiben Sie: „Roma aus der Stadt Plowdiw“ kommen in „das Ruhrgebiet, um Straftaten zu begehen. Dortmund ist ihr ´Basislager´. Allein in der Nordstadt hat sich die Zahl der Taschendiebstähle verdoppelt.“ In erschreckenden scheinbar logischen Schritten unterstellen Sie allen Menschen, die aus Bulgarien einreisen, dass deren einziges Anliegen das Begehen von Straftaten sei. Noch mehr: aus dem „Basislager“ Dortmund entwickeln sich Ihrer Ansicht nach ganze „Täterbanden“, die „schnell und trickreich“ klauen. Und aus diesen „Täterbanden“ werden dann in Ihrem Artikel „Menschenhändler“, die Frauen zur Prostitution zwingen.
Respekt. Als ich Ihren Artikel gelesen hatte, habe ich mich gefragt, ob Sie sich eine Ausgabe des faschistischen Hetzblattes „Der Stürmer“ als Vorlage genommen haben. Mit diesem Artikel stellen Sie sich an die Seite von Rechtspopulisten, die mit ihrer gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit gegen Muslime, Sinti, Roma und jeden hetzen, der nicht in Ihr Weltbild passen.
Mit keiner Silbe aber gehen Sie auf die wirklichen Ursachen ein. Die Menschen kommen aus Staaten der europäischen Union, in denen Armut herrscht. Die Menschen kommen, weil sie der Armut entkommen wollen und in der superreichen Bundesrepublik ihre Zukunft sehen. Dass diese Menschen dann selbstverständlich enttäuscht sind, wenn sie keine Arbeit finden und sie somit der Armut auch nicht entkommen können, schreiben Sie in keiner Zeile. Statt dessen unterstellen Sie allen Menschen kriminelle Absichten. Ihr Artikel kann nur als Aufruf zu einem Progrom gewertet werden.