23. März 2012 Rainer Wisnewski

Bekommen Sie, was Sie verdienen?

Zeit, die roten Taschen rauszuholen: Heute ist Equal Pay Day!

Der Tag, an dem Frauen deutschlandweit mit verschiedenen Aktionen für eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern protestieren. Die rote Handtasche steht dabei symbolisch für die roten Zahlen beim Frauen-Lohn.
Denn Frauen verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer, bei gleicher Qualifikation und gleicher Tätigkeit sind es immer noch acht Prozent. Damit Frauen auf das gleiche Jahresgehalt kommen wie die Kollegen, müssten sie also (fast) drei Monate länger arbeiten, vom Jahresbeginn bis zum 25. März.
Deutschland steht damit in Sachen Gender Pay Gap im internationalen Vergleich auf Platz sieben (danach kommen nur noch Botswana, Österreich, Paraguay, China, Japan und Korea), ist also Schlusslicht in Sachen faire Löhne. Doch beim Equal Pay Day geht es um mehr: um die höhere Teilzeitquote von Frauen; den höheren Frauenanteil im Niedrig- lohnbereich, den fehlenden Zugang für Frauen zu Führungspositionen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die fehlende Gleichberechtigung im Arbeits- und Sozialrecht. Und längerfristig: die drohende Altersarmut. Bis heute klafft eine Rentenlücke von bis zu 35 Prozent zwischen den Geschlechtern.
Schwerpunktthema des diesjährigen Equal Pay Days sind deshalb die Rollenstereotype, an die Erwerbstätigkeit von Frauen bis heute gebunden ist.
Um so wichtiger ist auch dieses Jahr der Equal Pay Day, um auf den Missstand der vorwährenden Entgeltlücke aufmerksam zu machen und dagegen Flagge zu zeigen. Der diesjährige Equal Pay Day findet nicht zufällig am 23. März 2012 statt. Dieses Datum markiert den Zeitraum, den berufstätige Frauen in Deutschland jedes Jahr über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um das durchschnittliche Jahresgehalt der Männer zu erreichen.