26. März 2010 Utz Kowalewski

Mauerbau in Brackel: 200 Meter Efeu

Die Planung einer Lärmschutzwand am Brackeler Hellweg treibt immer neue Stilblüten. Im Mittel 8 Meter hoch, in der Spitze sogar 11 Meter (einschließlich eines 3 Meter hohen Erdwalls), soll eine solche Wand die Anwohner des Hellweges vor ausuferndem LKW-Verkehr schützen. Dieser kommt im Zuge der von der Bezirksvertretung Brackel genehmigten Ausbauten eines Tedi-Hochlagers vor dem Hintergrund des Ausbaus zur Europazentrale zustande. Die Ausgestaltung der Brackeler Mauer soll in Form einer begrünten Lärmschutzwand geschehen. Was DIE LINKE kaum glauben mochte, bestätigte sich jedoch auf Nachfrage – sie soll ausschließlich nur mit Efeu bepflanzt werden!

Windfest sei die Konstruktion allerdings trotz der großen Angriffsfläche. Der Unterbau der Wand auf dem mattenartig das Substrat für die Begrünung aufgebracht ist, besteht aus einer entsprechenden orkanfesten Stahlkonstruktion. Die Kosten sollen allerdings bei der haushaltstechnisch ohnehin gebeutelten Stadt hängenbleiben. „Das Geld bei sozialen Einrichtungen der Stadt überall gekürzt werden soll, aber man runde zwei Millionen für einen Mauerbau, samt Abstandsgeldern und verbundenen Grundstücks- bzw. Immobilienerwerben ausgeben will, ist kaum jemandem zu vermitteln. Warum wird nicht der Verursacher des Lärms zu Kasse gebeten ? Statt dessen wurde Tedi sogar mit runden 200.000 EUR Wirtschaftsförderung geködert, damit am Standort Brackeler Hellweg ein solcher Ausbau erfolge, anstatt geeignetere Standorte wie im Logistikzentrum an der Westfalenhütte anzustreben. Eine klassische Fehlentscheidung“, so Utz Kowalewski, stadtplanungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.