17. November 2009 Utz Kowalewski

PCB-Untersuchungen auch bei Envio AG am Hafen

Hafenamt Dortmund

Hafenamt Dortmund

Die Stadtverwaltung hat auf die Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Dortmunder Rat zum PCB-Skandal im Hafengebiet geantwortet. „Dabei ist zunächst positiv hervorzuheben, dass sowohl zeitnah als auch ausführlich Stellung genommen wurde. Inhaltlich haben die Aussagen der Verwaltung bestätigt, dass nicht nur wie bisher vermutet die Fläche an der Schäferstrasse als Verursacher in Betracht kommt, sondern möglicherweise auch der Entsorgungsbetrieb Envio AG. Das Regierungspräsidium in Arnsberg geht nach Aussage der Stadtverwaltung zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) dieser Fragestellung bereits nach und wird vorraussichtlich zum Jahresbeginn 2010 entsprechende umfangreiche Untersuchungsergebnisse zur Gesamtproblematik vorstellen“, so Utz Kowalewski von der Fraktion DIE LINKE.

Insgesamt zeigt die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der Linken, dass es bereits seit Jahrzehnten immer wieder Auffälligkeiten rund um die städtische Gewerbefläche an der Schäferstrasse gab. Bereits 1989 wurden den Anwohnern der Kleingartenanlagen Hafenwiese, Hobertsburg und Westerholz – genauso wie in diesem Jahr – vom Verzehr von Blattgemüsen abgeraten. Diese Empfehlung wurde 1993 noch einmal erneuert. Damals waren nach einem Brand bei der inzwischen insolventen Firma Niko Metall Dioxine und Furane (PCDD/F) nachgewiesen worden. In einer Parzelle in der Anlage Hobertsburg wurde 1989 sogar ein Bodenaustausch vorgenommen, weil belastetes Material verfüllt worden war und dieser Umstand erst im Zuge der Untersuchungen auffiel.

1995 gab es dann einen weiteren Brand in einem Kabelaußenlager von Niko Metall auf dem Gelände an der Schäferstrasse. Auch hier konnten erneut PCDD/F nachgewiesen werden. Ein Bodenaustausch ist jedoch seinerzeit nicht erfolgt. Statt dessen wurde die vom Brand betroffene Fläche mit Stahlplatten versiegelt und wird heute von der Firma Hittmeyer als Schrottlager genutzt. Im Jahre 2000 wurde bei Geländeanschüttungen am Standort Schäferstrasse leicht erhöhte Werte an Benzolen und Toluolen gemessen.

„Die jüngere Geschichte dieses Grundstückes am Hafen zeigt eine Kette von bedenklichen Belastungsereignissen. Diese blieben zwar meist im Bereich der Grenzwerte, aber bei so hochgefährlichen Stoffen wie PCB, Dioxinen oder Benzolen sind auch geringe Belastungen schon deutlich zuviel. Das immer wieder auch selbstangebaute Lebensmittel Belastungen mit krebserregenden Stoffen aufweisen ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar. Nun gilt es erst einmal das endgültige Untersuchungsergebnis des LANUV bezüglich der aktuellen Chemikalienbelastung abzuwarten. Wenn dieses vorliegt, wird man dann vermutlich über Sanierungsmaßnahmen zu reden haben“, meint Utz Kowalewski von der Fraktion DIE LINKE.