Die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Dortmund hat in Bezug auf die PCB-Belastung am Hafen eine Anfrage an die Verwaltung gestellt.
„In der Zeit von Wahlen und Haushaltsproblemen der Stadt ist es um die Frage der PCB-Belastung im Hafengebiet still geworden. Die Gefahren für die Anwohner haben sich aber nicht geändert. Dies ist Anlass genug für DIE LINKE einen neuen Sachstandsbericht einzufordern“, so Utz Kowalewski, stellv. Fraktionsvorsitzender von DIE LINKE.
Darüber hinaus beinhaltet die Anfrage auch einige Nachfragen zur Vergangenheit und Gegenwart der PCB-Belastungen in dieser Gegend. „Wir sind gespannt, welche Kenntnisse innerhalb der Verwaltung vorhanden sind. Diese hätten wir dann auch gerne in schriftlicher Form. Wir halten es für wahrscheinlich, dass es sich bei der vom Landesumweltamt festgestellten Belastung im Grünkohl der Kleingartenanlagen Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg nur um die Spitze eines Eisberges handelt“, erläutert Kowalewski die Hintergründe der Nachfrage.
Die Anfrage an die Verwaltung im Wortlaut:
Die Fraktion DIE LINKE bittet die Verwaltung um einen aktuellen Sachstandsbericht zur PCB-Belastung im Hafengebiet. Dabei sind zusätzlich auch folgende Fragen zu beantworten:
1. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat veröffentlicht, dass Staub einer Brachfläche an der Ecke Schäfer-/Kanalstraße als Verursacher für PCB-Belastungen im Grünkohl der Kleingärten Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg in Betracht kommen könnte. Das Gelände wird derzeit von der Container-Terminal Dortmund GmbH genutzt. Wurden vor der Übernahme der früher von Niko-Metall genutzten Fläche die üblichen Altlastuntersuchungen durchgeführt?
2. Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Wenn nein, warum wurde dies versäumt?
3. Welcher Kaufpreis wurde für den Erwerb der Fläche bezahlt und an wen?
4. Hat sich der Verdacht des Landesamtes bestätigt? Stimmen die PCB-Werte auf der Fläche Ecke Schäfer-/Kanalstraße mit den Belastungen im Grünkohl überein?
5. Wurden bereits zu früheren Zeitpunkten PCB-Belastungen in der Kleingartenanlage Hafenwiese festgestellt? Wenn ja, wann war das? Welche Maßnahmen wurden seinerzeit ergriffen? Welche Verursacher wurden damals identifiziert?
6. Hält die Verwaltung es für denkbar, dass die Fläche zwischen Kanalstrasse, Schäferstrasse, Überwasserstraße und Drehbrückenstraße als zusätzlicher Verursacher der PCB-Belastung in Frage kommt? Früher wurden an diesem Standort von der BBC Trafos hergestellt. Derzeit werden von der Envio AG an diesem Standort PCB-haltige elektrische Geräte wie Transformatore oder Kondensatoren entsorgt (Envio gibt an, dass seit den 80er Jahren mehr als 20000 Transformatoren aller Leistungsgrößen an diesem Standort dekontaminiert wurden).