29. September 2008 Utz Kowalewski

Fehleinschätzung von Pehlke und Prüsse - 86% der Dortmunder wollen Sozialticket nicht verteuern

Nachdem der Vorstoß zu einer Verteuerung des Dortmunder Sozialtickets durch den Chef der Stadtwerke Pehlke (SPD) und den SPD-Fraktionsvorsitzenden Prüsse in gemeinschaftlichem Widerstand durch Gewerkschaften, Sozialforum, Linke und Grüne abgewehrt werden konnte, stellt sich nun in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa heraus, dass eine gewaltige Mehrheit der Dortmunder das Sozialticket befürwortet. „Wir freuen uns über die Solidarität der Dortmunder mit den unter Hartz IV-Bedingungen lebenden Menschen unserer Stadt. Leider war der Rat seinerzeit unserem Vorschlag nicht gefolgt, auch sogenannten Geringverdienern mit einem Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze zu ermöglichen das Sozialticket zu nutzen. Angesichts der breiten Akzeptanz in der Bevölkerung bleibt das Thema „Mobilität für Jeden“ aber ein brandaktuelles Thema. Ich denke auch, dass im Dortmunder Haushalt bei einigen wenigen Verschiebungen von Prioritäten noch Luft für eine Ausweitung des vergünstigten Tickets ist,“ äußerte sich Utz Kowalewski, der Dortmunder Kreissprecher der Partei DIE LINKE am Wochenende.

Linke aus dem Dortmund Osten haben am Wochenende die Niederländische Sozialistische Partei (SP) in Enschede zu einem Meinungsaustausch besucht. Die SP ist in den Niederlanden die Drittstärkste Partei. „Das Thema Mobilität ist auch in Enschede ein großes Thema“, weiß Bezirksgruppensprecher Thomas Zweier zu berichten. Die SP kämpft in Enschede für die Altersgruppe ab 65 Jahren für ein kostenloses Ticket. „Altersarmut ist nicht nur in Deutschland ein großes Thema, sondern ebenfalls in den Niederlanden. Für viele alte Menschen ist der ÖPNV oftmals die einzige Möglichkeit mal rauszukommen und soziale Kontakte zu pflegen,“ so Thomas Zweier.

Besonders spannend fanden die Dortmunder Linken in der Diskussion mit der niederländischen Schwesterpartei ein gelungenes Experiment im belgischen Hasselt. In der 70.000 Einwohnergemeinde Hasselt gibt es inzwischen einen vollständig kostenfreien Bus und Bahnverkehr, ohne das sich die Kosten für die Gemeinde dadurch merklich erhöht hätten. „Mit dem belgischen Konzept werden wir uns in der nächsten Zeit noch ausführlicher beschäftigen,“ kündigt Kreissprecher Kowalewski an.