30. März 2008 Utz Kowalewski

Stadt Dortmund sollte Sicherheitsdienstpersonal in kommunale Hand übernehmen

Die Guardian Personen-,Objekt-,Wertschutz GmbH, die für die Dortmunder Stadtwerke den Sicherheitsdienst für Busse, Straßen- und U-Bahnen stellt, steht offenbar kurz vor dem Konkurs. Die Zukunft der 65 Mitarbeiter von Guardian ist somit vollkommen ungeklärt - für manche steht schon jetzt die finanzielle Existenz auf dem Spiel. Etliche Mitarbeiter warten noch auf ihre Februargehälter – einige haben sogar seit dem November 2007 kein Geld mehr erhalten. Einige mussten daher bereits die Grundsicherung bei der ARGE beantragen, um ihren Lebensunterhalt gewährleisten zu können.


Die Stadtwerke haben folgerichtig den Vertrag mit Guardian zum 27.3. gekündigt. Die jeweils rund 200.000 EUR, die von den Stadtwerken für die Dienstleistung an Guardian gezahlt werden, werden dem Unternehmen bald zusätzlich fehlen. Derzeit läuft bereits eine Prüfung der Bücher, wohl aufgrund der Tatsache, dass die Eigentümer von Guardian bereits eine neue Firma namens  Profi-Team GmbH mit Sitz in Hamm gegründet haben. Einige Mitarbeiter von Guardian befürchten nun, dass ihre Gehälter in die neue Firma transferiert worden sein könnten und sie letztendlich leer ausgehen.


„Das Beispiel der privaten Sicherheitskräfte im Dortmunder ÖPNV zeigt einmal mehr, dass Privatunternehmen im Gegensatz zu kommunalen Unternehmen ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern nur spärlich wahrnehmen, wenn die Gier möglichst viel vom Kuchen der öffentlichen Aufträge abzuschöpfen zu verlockend erscheint,“ meint Utz Kowalewski, Kreissprecher von DIE LINKE. DORTMUND. „Statt die Menschen, die jahrelang für die Dortmunder Stadtwerke gute Arbeit geleistet haben nun ihrem Schicksal zu überlassen, sehe ich hier sowohl die Stadtwerke, als auch die Politik in der Verantwortung. Als Lösungsmöglichkeit schlagen wir daher entweder eine Übernahme des Personals direkt durch die Stadtwerke vor, oder die Gründung einer kommunalen Personalauffanggesellschaft, die künftig den Sicherheitsdienst für die Stadtwerke betreibt.“


Nach Ansicht der Linken verfangen Kostenargumente, dass kommunale Bedienstete nach Tarif bezahlt werden, während die Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste unter Tarif bezahlt werden, nicht. Einerseits ist esnach Ansicht der Linken politisch nicht wünschenswert, dass Menschen die in städtischem Auftrag arbeiten unter Tarif bezahlt werden - eine entsprechende Willensbekundung des Rates der Stadt Dortmund liegt ja vor. Andererseits werden die Mehrkosten für das Personal dadurch reduziert, dass nicht die Gewinnerwartung eines Unternehmers zu befriedigen ist, sondern eine Kostendeckung völlig ausreicht.