Vor dem Hintergund des Uranunfalls in der Anlage Tricastin am Rande der Ortschaft Pierrelatte in Südfrankreich weißt DIE LINKE darauf hin, dass der Unfall möglicherweise in Zusammenhang mit Urantransporten durch NRW ins münsterländische Gronau steht.
„Diese Transporte nähern sich auch bis auf wenige Kilometer der Dortmunder Stadtgrenze. Daher geht es uns ganz direkt etwas an, wenn Uranlösungen das Umfeld der zweitgrößten Nuklearanlage in Frankreich radioaktiv verseuchen und Radioaktivität in mehrere Flüsse gelangt“, weist der Dortmunder Kreissprecher Utz Kowalewski von DIE LINKE auf die lokalpolitische Bedeutung des Vorgangs hin.
Kowalewski, auch Mitglied der Ökologischen Plattform seiner Partei und schon seit längerem in der Antiatombewegung aktiv, stellt noch einmal die Zusammenhänge dar:“ In Pierrelatte wird aus Uranerzen hochgiftiges und flüchtiges Uranhexafluorid hergestellt, in Druckbehälter verladen und per Zug über Trier, Hamm, Münster, Ahaus bis nach Gronau verbracht. In Gronau wird das Uran mit Hilfe von Zentrifugen angereichert und somit spaltbares Material zur Herstellung von Brennelementen erzeugt. Das sind übrigens die gleichen Zentrifugen, die im Atomkonflikt mit dem Iran von Deutschland und den USA so vehement kritisiert werden, weil sie auch zur Herstellung von Atombomben verwendet werden könnten.“
Der erneute Unfall zeige nach Ansicht der Linken, dass der atomare Weg keine Option sei Energiekosten zu senken oder die Klimakatastrophe zu bekämpfen. „Kernenergie ist die teuerste Energieform die es gibt, wenn man die Folgekosten und die Risiken bedenkt, die bisher nicht beim Strompreis berücksichtigt werden, sondern einfach den kommenden Generationen und der Allgemeinheit aufs Auge gedrückt werden,“ so Kowalewski.