Stadtrat beschließt, dass Weihnachten für Hartz IV-Kinder und für Kinder in Heimunterbringung ausfällt
Die Höhe des Regelsatzes von Hartz IV reicht bekanntermaßen nicht einmal für eine ausgewogene gesunde Ernährung. Weihnachtsgeschenke sind erst recht nicht vorgesehen. Diesen Umstand nahm die Fraktion „Die Linken im Rat“ zum Anlass die Gewährung einer Weihnachtsbeihilfe für die Kinder von Hartz IV-Empfängern und für Heimkinder zu beantragen. Der entsprechende Antrag wurde allerdings in der Dezembersitzung des Rates von allen anderen Fraktionen abgelehnt.
Diese Ablehnung kommentiert Utz Kowalewski, Kreissprecher von DIE LINKE ganz im Sinne der Weihnachtsgeschichte: „Maria und Josef waren arme Leute – sie konnten sich damals die Herbergen nicht leisten. Jesus wurde daher bekanntlich in einem Stall in tiefer Armut geboren. Die Weigerung des Stadtrates armen Kindern das Weihnachtsfest zu ermöglichen zeigt wiederum eines ganz deutlich: Auch heute würde dem kleinen Jesus nicht geholfen – heute nämlich können die Kinder von Hartz IV-Empfängern nur neidvoll zuhören, wenn nach den Weihnachtsferien die Klassenkameraden über ihre Weihnachtsgeschenke berichten. Bei ihnen langt es höchstens zu weihnachtlichen Strohsternen. So wird Armut schon für die ganz Kleinen unter uns erfahrbar.
So manches Kind wird so vielleicht in die Fussstapfen des Jesuskindes treten und gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse rebellieren. Jesus jedenfalls ging als Erwachsener entschlossen zur Sache: Forderungen, wie das Land regelmäßig neu und gerecht unter den Bauern zu verteilen und der alte Kommunismusgedanke waren schon in den Predigten von Jesus lebendig: „Alle, die gläubig geworden waren, waren beieinander und besaßen alle Dinge gemeinsam.“ Und weiter hieß es: „Bevor ein Reicher in den Himmel kommt, geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr.“ Diese biblischen Gedanken zugrundelegend kann man sicher eines sagen: Nicht jeder Sozialist muss ein Christ sein, aber jeder Christ muss eigentlich Sozialist sein, wenn er die politischen Forderungen eines Jesus von Nazareth ernst nimmt. Die Ablehnung einer Weihnachtsbeihilfe für die Kinder der Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft ist jedenfalls weder christlich noch sozial.“