8. April 2008

DIE LINKE kritisiert Flughafenpositionen von CDU, FDP und SPD

Gutachten zeigt das Dilemma eines Flughafens innerhalb eines Wohngebietes auf

Die Landtagsfraktionen von SPD, FDP und CDU haben sich für einen Ausbau des Dortmunder Flughafens ausgesprochen. Lediglich die Grünen, sowie der linke Abgeordnete Rüdiger Sagel, haben sich im Landtag gegen den Ausbau positioniert. Dazu erklärt Utz Kowalewski, Kreissprecher von DIE LINKE. Dortmund:

„Der Ausbau des Dortmunder Flughafens ist sowohl verkehrspolitisch, umweltpolitisch und auch vor dem Hintergrund weiter auflaufender Schulden aus dem Betrieb des Flughafens heraus aus unserer Sicht vollkommen unsinnig. Die Konkurrenzsituation mit den Flughäfen in Düsseldorf, Münster/Osnabrück und Paderborn, die um einen Großteil der gleichen Kundschaft buhlen, führt nur zu niedrigen Start- und Landegebühren für Billigflieger, die letztlich einen Flughafen unwirtschaftlich machen. Ein Ausbau dieser Flughäfen verschärft diese Konkurrenz noch. Eine mögliche Förderung solcher Ausbaupläne aus Landesmitteln ist zudem aus unserer Sicht kein verantwortungsvoller Umgang mit den Steuergeldern.

Darüberhinaus ist der Ausbau eines Flughafens der umgeben ist von Wohngebieten auch für die Anwohner aufgrund der Lärm- und Schadstoffbelastung kaum zu ertragen. Eine Verlängerung der Betriebszeiten wäre tatsächlich ein Beschluss, den Anwohnern nicht mehr zu erlauben in angemessener Länge und Qualität schlafen zu dürfen. Hinzu kommen massive finanzielle Verluste für die Eigentümer von Wohneigentum, dass angesichts der Debatte um den Flughafenausbau schon längst nicht mehr zu anständigen Preisen zu veräußern ist.“

Am Wochenende wurde auf der Sitzung des Aufsichtsrates des Flughafens ein Gutachten vorgelegt, dass die Kosten eines Ausbaus der Landebahn auf rund 135 Mio Euro beziffert, vor allem aufgrund der notwendigen Lärmschutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Hier wird nach Ansicht der Linken deutlich, dass die Lage des Flughafens so ungünstig ist, dass sich eine Entwicklung zum Großflughafen wie in Düsseldorf oder Köln verbietet. DIE LINKE möchte vielmehr den Flughafen auf seinen eigentlichen Infrastrukturauftrag zurückführen und ihn zum Geschäftsflughafen zurückbauen. „Eine Entscheidung über die Zukunft des Flughafens kann nach unserer Auffassung nicht bis zur Kommunalwahl warten. Die Dortmunder Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es weitergehen soll und wie sich die Parteien zum Problemfeld Flughafen verhalten. Für manchen direkt betroffenen Bürger wird die Flughafenfrage schließlich entscheidend für das Wahlverhalten sein,“ so Utz Kowalewski.