Gestern übergab ein privates Nachhilfeunternehmen einen Unterichtsgutschein an die Jugendfreizeitstätte in Hörde. DIE LINKE sieht darin Probleme: „Jeder dritte Schüler und jede dritte Schülerin nimmt mittlerweile die zusätzlichen und kostenpflichtigen Angebote privater Bildungsdienstleister in Anspruch. Während auf diese Weise die Gewinne der Nachhilfeunternehmen wachsen, verschärft sich zugleich die soziale Ungleichheit im Bildungswesen. Die Kosten für private Nachhilfe, die sich im Monat durchschnittlich auf rund 100 Euro belaufen, können sich schließlich längst nicht alle leisten“, kritisiert Fabian Bünnemann, Sprecher der Bezirksgruppe Süd der LINKEN.
Auch die Ursachen lägen auf der Hand. Bünnemann: „Statt endlich etwas gegen überfüllte Klassen, zu wenig Raum für individuelle Förderung, fehlende Ganztagsbetreuung und schlechte Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer zu unternehmen, treibt die Regierung durch die Förderung der privaten Nachhilfeunternehmen die Ungleichheit im Bildungssystem voran.“ Wer sich diese nicht leisten könne, habe scheinbar Pech gehabt.
DIE LINKE dagegen stehe für die Ausweitung der Umsatzssteuerpflicht auf private Bildungsunternehmen. „Außerdem wollen wir die Bedingungen an den Schulen massiv verbessern, damit eine individuelle Förderung tatsächlich möglich wird. Wenn jeder dritte Schüler und jede dritte Schülerin Nachhilfe in Anspruch nimmt, muss dies ein Fehler im Bildungssystem sein!“, so Bünnemann abschließend.