7. Januar 2008 Helmut Manz

Antifaschistische Mahnwache: Hainallee

Hainallee/Ecke Eintrachtstraße: Antifaschisten erinnern an die Machtübertragung an die Nazis im Januar 1933.

7. Januar 1933: in der Dortmunder Villa von Friedrich Springorum, Aufsichtsratsvorsitzendem und früherem Generaldirektor von Hoesch, treffen sich die Großindustriellen des Ruhrgebiets mit Franz von Papen, dem ehemaligen, rechtskonservativen Reichskanzler. Ihr Ziel ist es, den Naziführer Adolf Hitler an die Macht zu bringen. Drei Wochen später haben sie ihr Ziel erreicht.

Die Villa hat das Ende des Nazireiches nicht überstanden. Seither ist hier, an der Hainallee, eine Grünfläche. Am 7. Januar 2008 erinnerten vor ihr Angehörige der VVN, unterstützt von Mitgliedern DER LINKEN, dem Linken Bündnis, dem Friedensforum, dem Bündnis Dortmund gegen Rechts und der Falken an die 75 Jahre zurückliegende Absprache.

Tage zuvor hatte die VVN in Köln vor der ehemaligen „Villa Schröder“ an die Verantwortung wichtiger Teile des Kapitals für die Errichtung der Nazidiktatur erinnert. Denn hier, in der Villa eines Kölner Bankiers, kam es zu einer der ersten Treffen zwischen Adolf Hitler und von Papen. Beide Aktionen sind Teil einer NRW-weiten Kampagne der VVN, an solche Orte der Wirtschaftsverbrechen zu erinnern. Um mit Max Horkheimer zu sprechen: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“